opsi macht die neue paedML® stark

Die zukünftige paedML wird mit dem neuen Client-Management-System opsi (open PC server integration) ausgestattet sein. Damit lassen sich Windows-Clients auf Basis einer Open Source Software (zum Großteil kostenfrei) sehr komfortabel verwalten. Mehr noch – opsi wird in der paedML Windows und Linux weitere Kernfunktionen übernehmen: Diese reichen von der Softwareverteilung über die PC-Betriebssysteminstallation bis zur Wiederherstellung der Schul-Rechner und einer zentralen Hard- und Software-Inventarisierung. Vielen Händlern ist opsi noch unbekannt. So viel sei aber schon verraten: Wer sich in opsi einarbeitet, wird es als ein gelungenes Werkzeug kennenlernen, das viele Vorgänge im schulischen Computernetz unbeaufsichtigt durchführen kann. Außerdem entfallen bei opsi aufwändige Grundinstallationen, weil es (zusammen mit der paedML) als virtuelles Paket ausgeliefert wird.

opsi verteilt jede Software automatisch, schnell und zuverlässig auf alle Clients. Entscheidend ist dabei das richtige Format. (Bild © 2014 Thinkstock, Bild-Nr.: Bild-Nr. 831143759)

opsi – Anreize für Händler

Wer opsi verwendet, kann seine Kenntnisse sowohl an einer paedML-Linux-Schule als auch an einer paedML-Windows-Schule einsetzen1. Schulische IT-Dienstleister profitieren also in doppelter Hinsicht von einer Einarbeitung in opsi, weil sie damit eventuell mehr Schulen betreuen können. Bei der Bildungsmesse didacta 2014 in Stuttgart zeigten viele Besucher ein sehr großes Interesse am Produkt, da opsi zu einer der wichtigsten Neuerungen in der paedML2 zählt. Wir nehmen das zum Anlass, einen ersten Einstieg zu opsi mit seinen Kernfunktionen zu geben.

Technik kann entlasten – opsi entlastet.

Das Ergebnis der letzten Kundenumfrage aus dem Jahre 2011 hat gezeigt, dass schulische Netzwerkberater zirka 70 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Wartung der schulischen Endgeräte verwenden müssen. Dabei nehmen die folgenden Tätigkeiten besonders viel Zeit in Anspruch:


a.) Software-Verteilung bzw.-Installation;
b.) Verteilung von Sicherheits-Updates bzw. sonstige Betriebssystem-Aktualisierungen.


Folgende Sachstände kommen erschwerend hinzu: Die zur Verfügung stehenden Anrechnungsstunden für die Netzwerkbetreuung durch das Lehrpersonal reichen in der Praxis häufig nicht aus, um ein schulisches Computernetz auf dem aktuellen Stand zu halten. Zwar wurden die Stunden für schulische Netzwerkbetreuer nicht gekürzt, doch gab es im Bereich der Poolstunden Kürzungen, mit der Folge, dass es  weniger Ermäßigungsstunden für Netzwerkberater gibt.

 

Überstunden und wachsende technische Anforderungen senken die Bereitschaft der Lehrerinnen und Lehrer, als Netzwerkberaterinnen und -betreuer das pädagogische Netz zu betreuen. Umso wichtiger sind schulische Computernetze, die sich vom Support-Netz und von IT-Dienstleistern effektiv und ohne großen Aufwand betreuen lassen. Das Landesmedienzentrum verfolgt deswegen verstärkt das Ziel, die neuen paedML-Versionen mit innovativen Technologien und Features auszustatten, um den Zeitaufwand für Installation und Wartung zu minimieren. Das Client Management Opsi ist hierfür ein gutes Beispiel. „Hinter diesem Tool versteckt sich eine mächtige Skriptsprache, die sehr viele Vorgänge automatisieren kann – zum Vorteil für den IT-Fachmann, der nun nicht mehr so viel Einzelschritte von Hand erledigen muss“, erklärt Michael Salm, ZEN-Koordinator am LMZ.

1. Was ist opsi?

opsi  ist ein Client-Management-System, das Windows-Clients verwaltet3. opsi wird von der uib GmbH in Mainz entwickelt. Die Kernfunktionen sind Open Source. Erweiterungen oder neue Zusatzmodule sind so lange kostenpflichtig bis die Firma uib die Entwicklungskosten eingenommen hat. Dann werden auch diese Features kostenfrei als Open Source zur Verfügung gestellt (finanzierte opsi-Erweiterungen)4. Im Falle der paedML wurde die uib vom Landesmedienzentrum damit beauftragt, opsi als Management-Software in die paedML zu integrieren und zusätzlich mit einem „Local Image Backup“ auszustatten. Damit lassen sich Schüler-Computer (einzeln oder für die ganze Klasse) wiederherstellen. Speziell diese Erweiterung (Selbstheilung, Sheil-A-Prinzip) wurde im Rahmen eines finanzierten Projekts entwickelt und kann derzeit nur von öffentlichen Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel von Schulen und Universitäten, genutzt werden.

"Alles im Blick": Betriebssysteminstallation, Softwareverteilung, Restaurierung und Softwarearchivierung. Das neue Client-Management opsi übernimmt zentrale Dienste und arbeitetet weitgehend automatisch im paedML-Schulnetz. (Bild © 2014 Thinkstock, Bild-Nr.: 482488517)

2. Was kann opsi?

Softwareverteilung und PC-Betriebssysteminstallation gehören zu den wichtigsten Kernfunktionen von opsi – beides läuft voll automatisiert ab und dürfte den Netzwerkbetreuer zeitlich elementar entlasten. Außerdem bietet opsi eine Hardware- und Softwareinventarisierung.


In der paedML Linux 6.0 und der paedML Windows 3.0 bietet opsi folgende Kernfunktionen:

a. Automatische Softwareverteilung auf den PCs

Mit opsi können Standard-Softwarepakete, Updates, Microsoft-Service-Packs oder Patches verteilt werden, ohne dass der Admin hohen Aufwand leisten muss. Die Softwareinstallation wird zentral vom Server gesteuert und bei Bedarf automatisch angestoßen. Hierzu muss der sog. opsi-Agent einmalig auf dem Client-PC installiert sein. Dieser Agent kann (anhand von Konfigurationsinformationen) nach jedem Boot erkennen, ob für den betreffenden Client Softwarepakete neu installiert, deinstalliert oder mittels Update aktualisiert werden sollen. Ist das der Fall, startet der opsi-client-agent das Setup-Programm opsi-Winst und der Installationsprozess wird aktiviert.

 

Grundsätzlich gilt: opsi kann nur Software im opsi-Format verteilen. Es kann also durchaus sein, dass eine Schule eine gewünschte Unterrichtssoftware nicht auf unserem Portal findet und das entsprechende opsi-Paket bei einem Händler in Auftrag geben muss. Konventionelle Softwareprodukte, die auch größere Firmen einsetzen, sind erfahrungsgemäß jetzt schon im opsi-Format erhältlich. Außerdem bekommen Schulen, die die neuen paedML-Versionen einsetzen, kostenlos einige Standardprodukte im passenden opsi-Format mitgeliefert. Dazu zählen:

 

  • Adobe Acrobat Reader
  • Adobe Flash player
  • Apache OpenOffice.org
  • LibreOffice (international / 32 Bit)
  • Mozilla Thunderbird
  • Oracle Java VM
  • 7-Zip
  • Mozilla Firefox (eingeschränkt nutzbar in der paedML Windows 3.0)
  • jEdit
  • Google Chrome

 

 

opsi holt sich neue Software-Installationspakete vom LMZ-Update-Server in definierten Zeitabständen und informiert dann den Admin an der Schule. Auf diese Weise hält er immer die aktuelle Version für seine Schule vor. Ein weiteres Plus: Die Entwickler von opsi nutzen die Standard-Installationsprozesse von Microsoft, um eine reibungslose Erstinstallation bei Windows-Clients auch in Zukunft zu gewährleisten.

 

Etwas anders gestaltet sich das Angebot lizenzpflichtiger Schulsoftware: Aktuell bieten die meisten Schulbuchverlage (wie z.B. Klett, Cornelsen, Westermann) ihre Software noch nicht im opsi-Format an. Der Markt für solche Produkte wird in den kommenden Jahren erst langsam wachsen. „Das Paketieren von opsi-Software könnte aber für schulische IT-Dienstleister jetzt schon zu einem interessanten Geschäft werden“, meint Michael Salm. „Der Dienstleister muss die Software ja nur ein einziges Mal paketieren und kann sie dann im neuen Format an mehreren Schulen installieren. Zwei Stunden benötigt ein fachkundiger Händler im Durchschnitt für ein opsi-Paket, inklusive Test und Dokumentation“, so Michael Salm5. Da opsi sowohl in paedML-Windows-Schulen als auch in paedML-Linux-Schulen zum Einsatz kommen wird, können IT-Dienstleister jetzt schon von einer gewissen Nachfrage ausgehen. 

Besonders an großen Schulen wachsen die Anforderungen an die schulische IT. Umso wichtiger sind Technologien, die Vorgänge im schulischen Computernetz vereinfachen und automatisieren. (Bild © 2014 Thinkstock, Bild-Nr.: 178521102)

Aus MSI wird Opsi

Technisch gesehen bietet opsi eine bessere Alternative zur Softwareverteilung per MSI. Es kann Ordner und Verknüpfungen anlegen und ist bei der Verteilung flexibler. Außerdem ist die Paketerstellung mit opsi deutlich einfacher und schneller. Das Landesmedienzentrum hat deswegen bereits damit begonnen, das bestehende MSI-Angebot (mit bis zu 270 Produkten) sukzessive ins neue opsi-Dateiformat zu konvertieren. Dies gilt allerdings nur für Win 7/ Win 8.x mit 64-Bit.

Komfortfunktion: Imageerstellung bei der Windows- und Office-Aktivierung

Seit Windows 7 und Microsoft Office 2010 muss die Schule diese Microsoft-Produkte nicht nur lizenzieren sondern auch aktivieren. Diese clientspezifische Aktivierung dient der Überprüfung eingesetzter Lizenzen. Opsi realisiert das Imaging und die Aktivierung der Windows-Installation sehr schnell und einfach. Mit einem Mausklick führt opsi folgende Schritte durch:

 

  • Schritt 1: Opsi konfiguriert das vorhandene Image.
  • Schritt 2: Opsi prüft, ob es Updates für die Software gibt, die opsi installiert hat. Wenn ja, spielt opsi das Update automatisch ein. Im Hintergrund liegt ein Archiv mit Standard-Software, Windows-Hotfixes und Office-Hotfixes. Diese werden automatisch auf jedem Kundenserver aktuell gehalten.
  • Schritt 3: Opsi erstellt ein neues Image, sichert die Installation auf der lokalen Festplatte und hält für jeden Client die Software auf dem aktuellsten Stand.

b. Automatische PC-Betriebssysteminstallation

Mit dem opsi-Server können die folgenden Windows-Clients sowie Server-Betriebssysteme automatisiert installiert werden.

 

  • Windows XP Professional
  • Windows 2000 Professional
  • Windows Server 2003
  • Windows Vista
  • Windows Server 2008
  • Windows 7
  • Windows Server 2008 R2
  • Windows 8
  • Windows Server 2012


Für den Netzwerkbetreuer wird die Pflege und Verwaltung des Computernetzes dadurch wesentlich erleichtert. Die Grundinstallation mit einem automatisierten Setup bietet dabei folgende Vorteile:

 

  • Aktivierung der Windows/Office/Software wird generell vereinfacht.
  • Anpassungen für unterschiedliche Hardware-Ausstattung entfallen.
  • Einfache Einbindung von Treibern für nicht vom Betriebssystem unterstützte Hardware.
  • Einfache Aktualisierung von Treibern.
  • Einfache Integration von Betriebssystem-Updates.

c. Local Image Backup

Das Local Image Backup ist ein Abbild von jedem Client auf der Festplatte des Clients, also personalisiert mit Treibern, Aktivierungsinformationen usw. „Von der Installation eines Client wird ein Image erstellt und auf einer gesonderten Partition abgelegt. Dieses Abbild wird zur späteren Wiederherstellung benutzt.“6 Die Erweiterung wurde in beiden neuen paedML-Versionen integriert. Damit lassen sich einzelne oder mehrere Schüler-Rechner innerhalb kurzer Zeit wiederherstellen. Das heißt, sie werden in ihren ursprünglich definierten Zustand versetzt, mit allen dazugehörenden Standardeinstellungen. Auch ohne große Netzbelastung lässt sich mit diesem Verfahren eine größere Anzahl von Clients wieder herstellen7.


Auf konkrete Zeitangaben bei der Wiederherstellung möchte sich Michael Salm, ZEN-Koordinator nicht festlegen, denn das ist letztendlich reine Festplattenarbeit: „Je kleiner das Image, desto schneller die Restaurierung“, so Salm. „Eine schnelle Restaurierung durch die Lehrkraft dauert im Idealfall zwischen drei bis fünf Minuten. Eine vollständige Restaurierung durch den Netzwerkbetreuer dauert mindestens sechs Minuten, eher länger. Ein Tablet mit Windows 8.1 und einer Solid State Disc8 (SSD) brauchte bei meinem aktuellen Test zirka fünf Minuten.“

d. Hard- und Softwareinventarisierung

Für Haushaltsplanungen und Inventuren sind Fakten zur IT-Ausstattung in der Schule notwendig. Wie viele Monitore und Rechner gibt es? Auf welchem Stand sind die Geräte? Reichen die Hardwareanforderungen aus, wenn neue Updates eingespielt werden? Für welche Software müssen noch Lizenzen beschafft werden? Bevor es ans aufwändige Zählen, Erfassen und Dokumentieren geht, sollte man die Vorteile der automatischen Inventarisierung durch opsi nutzen.


opsi gibt dem Netzwerkberater einen schnellen Überblick über die vorhandene Hard- und Software. Dabei werden Kenndaten der Computer, wie z.B. Prozessor, Hauptspeicher und Festplatte, erfasst, nach Geräteklassen sortiert und in eine Datenbank (auf dem opsi-Server) geschrieben. Clients lassen sich nach Hardwarekriterien (z.B. Arbeitsspeicher) auswählen. Korrekterweise sei an dieser Stelle angemerkt: opsi kann diese Hard- und Softwareinformationen nur für jeden einzelnen Client erfassen und darstellen. Eine tabellarische Zusammenstellung, also ein Reporting-Tool für alle Client-Informationen liefert opsi nicht, das bleibt „Handarbeit“. Es gibt allerdings Schnittstellen, um die Daten mit einem kostenpflichtigen Open Ticket Request System (OTRS) auszulesen und auszuwerten.


Ein weiteres Plus: opsi erkennt, ob die vorhandenen Hardwarekapazitäten ausreichen, um große Updates (etwa neue Releases) einspielen zu können. Tritt ein Fehler auf und Support ist nötig, kann opsi feststellen, auf welcher Hardware und mit welchem Software-Release ein Problem auftritt. Die schnellere Fehleranalyse hilft Zeit und Kosten zu sparen.

Mit opsi wird die Pflege und Verwaltung des künftigen paedML-Computernetzes wesentlich erleichtert. (Bild © 2014 Thinkstock, Bild-Nr.: 99679329)

Fazit: Die Vorteile im Überblick

opsi entlastet durch ein besseres, zentrales Management der Arbeitsstationen, mit einer schnelleren komfortablen Softwareverteilung, einem Virenschutz-Paket sowie einer rationelleren Pflege aller Arbeitsstationen. opsi arbeitet weitgehend automatisiert ohne Beisein des Netzwerkberaters. Es kann neue (Sicherheits-) Updates und Patches selbstständig abrufen und installieren und restauriert die Schüler-PCs in Minutenschnelle.

 

Die künftigen paedML-Versionen (paedML Windows 3.0 und paedML Linux 6.0) werden mit opsi ausgestattet sein.  In der paedML Linux löst opsi Funktionen der Linbo-Software ab und in der paedML Windows entfällt der Windows Distribution Service (WDS).


Der Einsatz von opsi bedeutet:

  • eine bessere Hardwareunterstützung;
  • eine größere Stabilität und Verlässlichkeit;
  • eine bessere „Pflege“ durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Herstellers unter starker Berücksichtigung von Microsoft-Vorgaben und entsprechenden Standards.

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1 Die künftigen paedML-Versionen (paedML Windows 3.0 und paedML Linux 6.0) werden mit dem Client-Management opsi ausgestattet sein und über die gleichen opsi-Produkte, -Erweiterungen und -Anwenderoberflächen verfügen.

2 Gemeint sind die neuen Produktversionen, die zu den Sommerferien 2014 erscheinen.

3 Ist sowohl auf Basis von Linux-Servern als auch in Windows-Domänen möglich.

4 vgl. http://www.uib.de/www/kofinanziert/index.html

5 Vorausgesetzt, die Software lässt sich mit einem Standard-Installer bzw. einem gängigen Umwandlungstool paketieren.

 

6 http://download.uib.de/opsi_stable/doc/opsi-extension-de.pdf

 

Vgl. http://download.uib.de/opsi_stable/doc/opsi-extension-de.pdf

 

8 Festplattenersatz im Tablet