Landesmedienzentrum Baden-WürttembergLandesmedienzentrum Baden-Württemberg - Wir bilden die Zukunft

Schüler sitzen am Computer

Kindermedienland: neue Projekte für Medienkompetenz

Als Startschuss für die Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“ hat das Land Medienkompetenz-Projekte in Höhe von 4 Mio € aufgelegt.


„Kinder und Jugendliche wachsen heute wie keine andere Generation zuvor in einer stark von Medien geprägten Welt auf. Aber nur wenn Kinder und Jugendli-
che mit den medialen Angeboten qualifiziert und eigenverantwortlich umgehen können, sind sie in der Lage, die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Medien zu
nutzen und sind gleichzeitig auch vor deren Gefahren ausreichend geschützt. Um Kinder und Jugendliche in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld zu erreichen,
setzen wir im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg auf eine dezentrale Vermittlung von Medienkompetenz in den Familien, in den Schu-
len und in der außerschulischen Jugendarbeit“, erklärte Medienminister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Arbeits- und
Sozialministerin Dr. Monika Stolz, SWR-Intendant Peter Boudgoust und Hans Beerstecher, Vorstandsmitglied der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), am
Dienstag (23. Februar 2010) in Stuttgart.  

 


Bündelung und Vernetzung der Medienkompetenzangebote  

 
Unter dem gemeinsamen Dach der „Initiative Kindermedienland“ werden die zahlreichen Institutionen, Verbände und Einrichtungen, die landesweit in der
Medienpädagogik und -kompetenzvermittlung aktiv sind, gebündelt und so prägnant für die Erziehungsverantwortlichen sichtbar gemacht. „Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit dem Internet und anderen neuen Medien beizubringen, ist nicht nur Aufgabe der Politik. Dies ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft, die nur im Schulterschluss mit Eltern und Erziehungsverantwortlichen gemeistert werden kann“, betonten Minister Reinhart und die Kinderbeauftragte der Landesregierung Ministerin Stolz. Die Initiative Kindermedienland werde daher auch nicht von der Landesregierung allein getragen: Mit der Landesanstalt für Kommunikation, dem SWR, dem Landesmedienzentrum und der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg habe das Land bei der Initiative Kindermedienland starke Partner an seiner Seite.  
 

SWR-Intendant Peter Boudgoust: „Der SWR hat die Förderung der Medienkompetenz schon immer als seine Aufgabe angesehen. Wir machen hochwertiges, werbe- und gewaltfreies Kinderprogramm, vom Kinderkanal Ki.Ka, den ARD und ZDF gemeinsam betreiben, über Sendungen wie den ‚Tigerenten Club’, den der SWR für Das Erste produziert, bis zu den trimedialen Kindernachrichten ‚Minitz‘. Aber wir engagieren uns auch über das Programm hinaus: So zeigen SWR-Mitarbeiter an Schulen, wie Radio und Fernsehen gemacht werden. Eltern werden ihre Kinder nicht vor allem beschützen können, was ihnen im Internet oder in anderen Medien begegnet. Umso wichtiger ist es, die Medienkompetenz der Kinder zu fördern und ihnen das Rüstzeug für den richtigen Umgang mit Medien mitzugeben. Der SWR will Eltern und Kindern dabei ein verlässlicher Partner sein.“


„Die LFK ist gerne bereit als Partner ihre Erfahrung in das Projekt einzubringen und ihre wichtige Arbeit in der Vermittlung von Medienkompetenz weiter auszu-
bauen“, erklärte LFK-Vorstandsmitglied Hans Beerstecher. „So ist die LFK beispielsweise seit Jahren an der Stiftung Medienkompetenz für den Südwesten
beteiligt. Die Initiative Kindermedienland bietet die Chance, dass Projekte, die eine verantwortliche und kompetente Mediennutzung zum Ziel haben, noch stär
ker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Bei einem stetig wachsenden Medienangebot ist es eine dringliche Aufgabe, dass die Gesellschaft sich stärker
an allen Fragen etwa zum Jugendschutz beteiligt und den Prozess aktiv gestaltet.“
 

Die Gesamtkonzeption der Initiative Kindermedienland, erklärte der Medienminister, setze sich aus mehreren Bausteinen zusammen:


Öffentlichkeit für das Thema Medienkompetenz sensibilisieren  
 
„Insgesamt fehlt es immer noch an einem gesamtgesellschaftlichen Bewusstsein, dass die sinnvolle Mediennutzung, wie jede andere Kulturtechnik auch, erst erlernt werden und man sich deshalb aktiv um die Medienbildung von Kindern und Jugendlichen kümmern muss. Mit der Sensibilisierungskampagne wollen wir daher ein breites öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung von qualifizierter Mediennutzung schaffen“, hob der Minister hervor. Zum Auftakt würden für die kommenden 10 Tage großflächige Plakate mit drei Motiven zum Thema Internetnutzung in insgesamt 43 Städten Baden-Württembergs an stark frequentierten Ein- und Ausfallstraßen, Verbrauchermärkten und Haltestellen des ÖPNV platziert.  
 
Um möglichst viele Erziehungsverantwortliche zu erreichen, würden neben den Plakaten auch ein Radiospot auf SWR 1 sowie Anzeigen in Eltern-Kind-
Zeitschriften in den Regionen Stuttgart, Karlsruhe, Offenburg/ Freiburg und Rhein-Neckar geschaltet. „Mit dem ironisch-humorvollen Ansatz der Anzeigen-
motive wollen wir Eltern, Lehrkräften und andere Multiplikatoren den Zugang zu dem vielschichtigen Thema erleichtern und einen Anstoß dafür geben, sich zu
informieren“, sagte der Medienminister.
 

Höhere Transparenz der Angebote durch Internetplattform  
 
Im Rahmen der Kampagne werde daher auf die Internetplattform www.kindermedienland-bw.de verwiesen, die ab sofort besucht werden könne,
sagte Minister Reinhart. „Sie dient als Einstiegsportal, das einen Überblick über die vorhandenen Angebote und Projekte gibt. Hauptzielgruppen sind dabei El-
tern, Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte und andere Multiplikatoren.“ Auf der Startseite würden aktuelle Nachrichten aus dem Kindermedienland abgebildet,
die vom medien-pädagogischen Online-Angebot „medi@culture-online“ übernommen werden. Daneben ermögliche das Portal über eine Navigation mit Erläuterungen einen Zugang zu den im Kindermedienland vorhandenen Projekten, Forschungsergebnissen, Materialien und Informationen. In einem Serviceteil sollen Anlauf- und Beratungsstellen, Hotlines und Tipps für altersgerechte Medienangebote vorgestellt werden.  
      
„Das Herzstück der Initiative aber bildet eine breite Palette an neuen Medienkompetenzprojekten mit einem Volumen von insgesamt rund 4 Millionen Euro aus Mitteln der Zukunftsoffensive III“, hob Reinhart hervor. Kinder und Jugendliche sollen dazu motiviert werden, aus der Rolle des passiven Konsumenten herauszutreten und Medien selbst kreativ zu gestalten. Mit dem Projekt „Vom Skizzenblock auf die Kinoleinwand“ des Kinomobil e.V. könnten beispielsweise Kinder und Jugendliche eigene Trickfilme erstellen. Im Rahmen eines Schülerwettbewerbs haben Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 6 und 16 Jahren die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Medien erstellte Beiträge einzureichen und sich so bei der kreativen Mediengestaltung deren Wirkungsweisen bewusst zu machen.  

 


Dezentraler Ansatz zur Medienkompetenzvermittlung
 
„Kinder und Jugendliche sind heute nicht selten versierter in der Mediennutzung als ihre Eltern und Lehrer. Mit passgenauen Angeboten wollen wir deshalb ge-
zielt die Medienkompetenz von Eltern, Lehrkräften und anderen Multiplikatoren stärken“, unterstrichen Minister Reinhart und Sozialministerin Stolz den dezen-
tralen Ansatz der Initiative. Im Rahmen eines von der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg konzipierten Projekts sei beispielsweise geplant, Schulungen für Multiplikatoren der Sozialpädagogischen Familienhilfe anzubieten, erklärte die Ministerin weiter. Diese sollen nach einer Qualifizierungsphase ihr Wissen in der täglichen Arbeit mit Eltern und Kindern aus bildungsfernen Familien weitergeben.

 

Übersicht der neuen Medienkompetenzprojekten der Initiative Kindermedienland (PDF, 20 kB)








<- Zurück zu: Startseite