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Axel Vieregg: Der eigenen Fehlbarkeit begegnet. Glenn R. Cuomo: Career at the Cost of Compromise.

  • Autor: Wagner, Hans-Ulrich
  • Erschienen: 1996
  • Quelle: Axel Vieregg (Hg.): "Unsere Sünden sind Maulwürfe": Die Günter-Eich-Debatte
  • Verlag: Rodopi

Abstract

Hans-Ulrich Wagner vergleicht in diesem Aufsatz die Untersuchungen und Ergebnisse von Axel Vieregg und Glenn R. Cuomo zu Günter Eichs Rundfunkarbeiten während der NS-Zeit. Vieregg konzentriert sich in seinen Ausführungen vor allem auf die Sendereihe „Königswusterhäuser Landbote“ und auf das 1937 gesendete Hörspiel „Radium“. Er beschreibt Eichs Arbeiten als „bewusstes Optieren für den nationalsozialistischen Staat“. Eichs moralisches Agieren nach 1945 interpretiert Vieregg als „Trauerarbeit“ und als „Abtragen von Schuld“. Cuomo dagegen bewertet Eichs Werke vor dem Hintergrund der von Goebbels forcierten Gleichschaltung des Rundfunks. In Eichs künstlerischer Umsetzung von historischen Themen erkennt er heroische und nationalistische Tendenzen. Eich konnte, so Cuomo, nur „at the cost of compromise“ im deutschen Rundfunk Karriere machen.
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Wagner, Hans-Ulrich

Hans-Ulrich Wagner (* 1962) arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg. Schwerpunkte seiner Arbeit bilden die Beziehungen von Rundfunk und Literatur im 20. Jahrhundert. Seit 1996 ist er Jurymitglied beim "Hörspielpreis der Kriegsblinden". Veröffentlichungen: "'Der gute Wille, etwas Neues zu schaffen'. Das Hörspielprogramm in Deutschland von 1945 bis 1949" (1997), "Günter Eich und der Rundfunk. Essay und Dokumentation" (1999).