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„Ja dies ist nur – ein Lied über Zensur“ (Die Ärzte). Musikindizierungen und -verbote in Deutschland.

Abstract

2004 gibt es in Deutschland 400 indizierte und 54 verbotene Tonträger und das obwohl in der Musikbranche keine institutionalisierte „Freiwillige Selbstkontrolle“ existiert. Doch können Indizierungen von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) veranlasst und Totalverbote gerichtlich verhängt werden. Ausschlaggebender Zensurgrund kann sowohl Text eines Songs als auch Cover eines Tonträgers sein, wobei im ersten Fall vor allem fremdenfeindliche und gewalttätige Äußerungen, im zweiten die Hauptmotive Erotik, Gewalt und politische Kennzeichen ins Visier genommen werden. Anhand zahlreicher Beispiele führt Roland Seim durch seinen Aufsatz über Musikzensur in Deutschland. Von Roland Seim sind noch weitere Aufsätze zu Zensur verfügbar: Bibliografie Zensur, "Censura morum", "Comic und Zensur, Zur Geschichte der Zensur und der Entwicklung der Kunst- und Meinungsäußerungsfreiheit und Anmerkungen zur Medienkontrolle in Deutschland.
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Seim, Roland

Roland Seim (* 1965) studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie in Münster und Berlin. 1997 Promotion zum Dr. phil. in Soziologie. Verlegerische Tätigkeit im Telos Verlag, war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landesbildstelle Westfalen; außerdem Lehraufträge an der Universität Münster. Seim ist als Kunsthistoriker und Soziologe, Autor, Verleger und Online-Redakteur tätig. Veröffentlichungen: "Ab 18 - zensiert, diskutiert, unterschlagen. Beispiele aus der Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland" (2004), "Nur für Erwachsene - Rock- und Popmusik: zensiert, diskutiert, unterschlagen (2003), "Zwischen Medienfreiheit und Zensureingriffen" (1997)