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„No Sex, please!“ – Comic und Zensur.

Abstract

Seit den 1950er Jahren, als sich der Comic zum Massenmedium entwickelte, kommt es immer wieder zu Zensurmaßnahmen: Inhalte und Zeichnungen dieses auch „Rock 'n Roll der Kunst“ genannten Mediums werden entweder unterdrückt, abgeschwächt oder ganz verboten. Vor allem die Sujets Sex und Gewalt geraten dabei ins Visier von Jugendschützern, wobei die Rechtsprechung zwischen tolerierbarer Erotik, verpönten „Soft-Pornos“ und generell verbotener „harter Pornografie“ unterscheidet. Da die Auslegung der Maßstäbe jedoch vom Zeitgeist abhängt, werden sich Grenzen und Verbote, so der Autor, in Zukunft weiter verschieben. Anhand vieler anschaulicher Beispiele zeichnet Roland Seim die Geschichte der Comic-Zensur in Deutschland und den USA von den 1950er Jahren bis heute nach. Von Roland Seim sind noch weitere Aufsätze zu Zensur verfügbar: Bibliografie Zensur, "Censura morum", Zur Geschichte der Zensur und der Entwicklung der Kunst- und Meinungsäußerungsfreiheit, Musikindizierungen und -verbote in Deutschland und Anmerkungen zur Medienkontrolle in Deutschland.
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Seim, Roland

Roland Seim (* 1965) studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie in Münster und Berlin. 1997 Promotion zum Dr. phil. in Soziologie. Verlegerische Tätigkeit im Telos Verlag, war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landesbildstelle Westfalen; außerdem Lehraufträge an der Universität Münster. Seim ist als Kunsthistoriker und Soziologe, Autor, Verleger und Online-Redakteur tätig. Veröffentlichungen: "Ab 18 - zensiert, diskutiert, unterschlagen. Beispiele aus der Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland" (2004), "Nur für Erwachsene - Rock- und Popmusik: zensiert, diskutiert, unterschlagen (2003), "Zwischen Medienfreiheit und Zensureingriffen" (1997)