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„Totaler Krieg“: Rede im Berliner Sportpalast vom 18.3.1943 (Auszug).

Abstract

Die Sportpalastrede, in der Joseph Goebbels das kriegsmüde deutsche Volk zum totalen Krieg aufruft, gilt als Meisterwerk der Rhetorik und der politischen Propaganda. Nach der verheerenden Niederlage bei Stalingrad versucht Goebbels seine Zuhörer zu überzeugen, einen bereits verlorenen Krieg weiterzuführen. Herzstück der Rede sind zehn Fragen, die er an sein Publikum richtet und die so formuliert sind, dass die Zustimmung zum totalen Krieg und blindes Vertrauen in den Führer die einzige Möglichkeit bleiben, sich als „guter Deutscher“ für das bedrohte Vaterland einzusetzen. Indem er die speziell ausgesuchten jubelnden Massen im Sportpalast als Querschnitt des gesamten Volkes darstellt, suggeriert er zudem den Radiozuhörern, dass es sich dabei um eine repräsentative Mehrheit handelte.
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Goebbels, Joseph

Joseph Goebbels (1897-1945) war seit 1924 in der nationalsozialistischen Bewegung aktiv. 1930 wurde der promovierte Germanist, der Hitler bedingungslos verehrte, Propagandaleiter der NSDAP und nach der Machtübernahme 1933 Reichspropagandaminister in Hitlers Kabinett. Als Instrumente der Massenbeeinflussung nutzte Goebbels vor allem Film und Rundfunk. So wurde der preisgünstige Volksempfänger, den er in Massen produzieren ließ, im Volksmund auch "Goebbels-Schnauze" genannt. Mit der Gleichschaltung der Medien erlangte Goebbels nahezu unumschränkte Kontrolle über sämtliche Bereiche des kulturellen Lebens, die er zur geistigen Mobilmachung, antisemitischer Hetzte und Kriegspropaganda einsetzte.