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Der neue Willi Forst-Film im „Roxy“. Problematische Realistik: „Die Sünderin“.

  • Autor: fm,
  • Erschienen: 1951
  • Quelle: Pforzheimer Zeitung. (Ausgabe vom 27.1.1951)

Abstract

Dies ist eine Filmkritik zu dem Skandalfilm „Die Sünderin“, der 1951 in die Kinos kam. Willi Forsts erster Nachkriegsfilm wurde zum größten Skandal des deutschen Films in den 50er Jahren. Nicht weil Hildegard Knefs Busen kurz zu sehen war, sondern weil die Kirchen fanden, dass der Film allzu unkritisch mit den Themen Selbstmord und Euthanasie umgehe. Die Kirchen stellten ihre Mitarbeit bei der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ demonstrativ ein. Die dadurch ausgelösten Proteste kirchlicher und politischer Kreise machten „Die Sünderin“ zum Kassenerfolg. In dem Film geht es um eine junge Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die zur Prostituierten wird, dabei aber ihre Seele rein halten will. Als sie ihrer großen Liebe, einem todkranken Maler, begegnet, hegt und pflegt sie ihn liebevoll. Als der Maler völlig erblindet, vergiftet sie ihn, um ihm Qualen zu ersparen und folgt ihm nach einer Rückschau auf ihr Leben in den Tod. Die Pforzheimer Zeitung schreibt, dass „Die Sünderin“ eine Problematik heraufbeschwört, „deren Gründe tief in unserer zerrissenen Zeit liegen“. Weitere Filmrezensionen aus der Bersenbrücker Tageszeitung und dem Göttinger Tagblatt
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