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WhatsApp-Chats faken – witzig oder gefährlich?

Früher gab es Telefonstreiche, jetzt „prankt“ man seine Freunde mit gefälschten WhatsApp-Nachrichten oder Screenshots. Das kann unterhaltsam sein, aber auch missbraucht werden.

Online gibt es unzählige Websites und Apps, die helfen, einen Whatsapp-Chat zu fälschen und eigene Inhalte in Chatverläufe einzufügen. Mit am einfachsten – und am präzisesten – funktioniert die Website fakewhats.com. Ein Generator hilft bei der Zusammensetzung eines vollständigen Smartphone-Bildschirms: Von Inhalt und Reihenfolge der Nachrichten über den Online-Status bis hin zu Akkustand und WLAN-Verbindung kann alles angepasst werden. So ist das Bild eines realistischen Screenshots downloadbar.

 

Fake-Nachrichten versenden

Einen Schritt weiter geht die Möglichkeit, Fake-Nachrichten von einer erfundenen Nummer zu schicken. Man muss sich nicht registrieren, die Funktion ist kostenlos. Ganz so einfach wie der Generator ist das Vorgehen hier nicht. Vor dem Senden einer gefälschten Nachricht muss ein (eigentlich) WhatsApp-internes Passwort und eine ID herausgefunden werden. Aber auch hierfür bietet die Website eine Anleitung an und mit ein bisschen Ausdauer und technischen Kenntnissen steht dem Senden nichts mehr im Wege. Zwar ist das Grundphänomen von gefälschten Chat-Nachrichten nicht neu, erhielt in der Vergangenheit aber durch diverse YouTube-Videos immer wieder einen Aufschwung.

 

Missbrauch gemeldet

Vor dem Absenden verlangt die Website eine Bestätigung, dass der Sender selber für den Vorgang verantwortlich ist und auch im Falle eines falschen Namens von der realen Person autorisiert wurde. Das lässt vor einem eventuellen Missbrauch zögern, aber sorgt nicht zwingend für eine Verhinderung.

 

Missbrauchsfälle wurden schon auf der Bundesjugendkonferenz bekannt, hier war unter anderem von erfundenen Mobbing-Geschichten die Rede. Auch dieses Video verdeutlicht die möglichen negativen Konsequenzen dieser Online-Angebote.

 

Neben einem Spaß kann ein gefälschter Screenshot oder eine Fake-Nachricht eben auch missbraucht werden. Bei seltsam anmutenden Nachrichten von einer unbekannten Nummer oder von einem Kontakt, mit dem vorher noch nicht kommuniziert wurde, sollte zweimal hingeschaut werden. Bei schwereren Missbräuchen muss eingeschritten werden: Hier finden Sie einen Ratgeber zum Thema Cybermobbing mit Handlungshilfen und weiterführenden Links.

13.03.2018