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Selfie, Klickzahl, tindern: Neue Wörter finden Eingang in den Duden

Selfie, Klickzahl, tindern – die Sprache befindet sich in stetigem Wandel und die Medienwelt hat einen gehörigen Anteil daran. So ist die neue Ausgabe des Rechtschreibdudens, die diese Woche erscheint, um ganze 5.000 Stichwörter angewachsen und umfasst jetzt 145.000 Einträge.

Selfies machen ist längst Alltag – jetzt steht das Wort auch im Duden. Bild: Pixabay

Doch nicht nur neue Wörter finden sich dieses Mal in der Neuauflage des Standardwerks. Mit dem großen ẞ gibt es seit einiger Zeit einen neuen Buchstaben. Der ist vor allem dann von Vorteil, wenn man Eigennamen in Kapitalen setzen möchte, etwa in Ausweisdokumenten oder auf Schildern. Seit dem 29. Juni ist das Zeichen Teil der amtlichen deutschen Rechtschreibung und in zahlreichen Schrifttypen enthalten.

 

Weitere neue Wörter, die der Wandel der Mediengesellschaft hervorgebracht hat, sind etwa postfaktisch, Livestream, Social Bot, Emoji oder Darknet. Interessanterweise empfiehlt der Dudenverlag bei Fakenews die Getrenntschreibung. – Die LMZ-Redaktion hat sich erst vor einigen Wochen darauf verständigt, das Wort zusammen zu schreiben, was laut Duden auch erlaubt ist.

Manche eingedeutschte Schreibungen konnten sich nicht durchsetzen

Die meisten der Neuzugänge sind Komposita, die häufig aus vorhandenen Wörtern oder Wortteilen neu zusammengesetzt werden, oder Übernahmen aus Fremdsprachen. Ein besonders schönes Kompositum ist das durch die Diskussion um den Fall Böhmermann geprägte Wort Schmähgedicht.

 

Neben den Neuzugängen gab es auch einige Anpassungen bei den Wortschreibungen, die der Rechtschreibrat vornahm. Er strich zum Beispiel die eingedeutschte Schreibweise Ketschup, die sich nie durchgesetzt hatte. Zulässig ist jetzt nur noch Ketchup. Auch andere ungebräuchliche Varianten wie Anschovis (amtlich erlaubt ist nur noch Anchovis), Majonäse (richtig: Mayonnaise) oder Frotté (richtig: Frottee) gelten ab sofort wieder als Fehler.

07.08.2017