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Medienrat kritisiert Änderungen im Jugendmedienschutzvertrag

Der Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg sieht eine Aufhebung des Verbots für Bewegtbildtrailer für Sendungen mit einer Altersfreigabe nach 20 Uhr im Tagesprogramm kritisch. Gegen die Aufweichung des Jugendschutzes sollten zunehmend Experten aus Eltern-, Familien- und Jugendverbänden in die Jugendschutzdiskussion eingebunden werden.

„Es ist bedenklich, wenn neuerdings tagsüber Fernsehsendungen mit Bewegtbildtrailern beworben werden dürfen, die aus Sicht des Jugendschutzes problematische Inhalte aufweisen und nicht ohne Grund im Abend- und Spätabendprogramm ausgestrahlt werden“, kritisiert der Vorsitzende des Medienrates, Dr. Wolfgang Epp. Eltern wollen sich darauf verlassen, dass Kinder im Tagesprogramm nur mit altersgerechten Sendungen konfrontiert werden. Daher sei die weitere Entwicklung kritisch zu begleiten.

 

Jugendmedienschutz auf ganzer Linie

Weiterhin müssen Eltern ausreichend über technische Möglichkeiten des Jugendschutzes und pädagogische Möglichkeiten informiert werden. Der Medienrat fordert, dass technische Systeme zur Einhaltung des Jugendschutzes weiterentwickelt und aktiv beworben werden. Dabei wäre ein beispielhafter Ansatz die Vorkonfiguration von Geräten, die gemeinsam mit einem sicheren Surfraum altersgerechte Nutzungsmuster ermöglicht.

 

Der Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg setzt sich aus Vertretern von gesellschaftlich relevanten Gruppen sowie Vertreter des Landtages. Der Jugendmedienschutzvertrag ist ein Staatsvertrag zwischen allen deutschen Bundesländern. 

15.02.2017