Podcasts

Bild: Peter Marquardt, Lizenz: CC BY-SA

Radiomachen war schon immer ein Kindertraum. Die Lieblingsmusik aussuchen, tolle Studiogäste einladen und ein riesiges Publikum hinter dem Äther. [1] Früher war der Kassetten-Rekorder mit der roten REC-Taste das Radiowerkzeug erster Wahl. Mit der Stereoanlage Mix-Tapes erstellen, die man unter den Klassenfreunden verteilte. Das waren noch Zeiten. Fragt man Jugendliche, ob sie ein Radiogerät benutzen, antwortet die Mehrheit mit „nein“. Fragt man ob sie Radio hören, dann sagt die Mehrheit „ja“. Denn nur noch eine Minderheit der Kinder und Jugendliche benutzen regelmäßig das „klassische“ Radiogerät. [2]

 

Soweit die schlechte Nachricht. Die gute lautet, dass fast alle Jugendlichen regelmäßig Musik (und auch Radio) hören, nur mit anderen Abspielgeräten. Das am weitesten verbreitete Abspielgerät für Musik heißt bei Jugendlichen „Computer offline“, dicht gefolgt von „Computer online“, „MP3-Player“ und „Handy“. Wo wir früher am Radioknauf nach der perfekten Welle geschraubt haben, suchen sich die Jugendlichen mit YouTube ihre Lieblingsstücke zusammen. Kaum zu glauben, aber YouTube wird mehr gehört als angeschaut. [3]

 

Das ist kein Grund zur Sorge, dass „Radio-Arbeit“ von den Schülerinnen und Schüler als antiquiert abgetan werden könnte. Die aktive Auseinandersetzung mit Audiomaterial ist für sie selbstverständlich: CDs brennen, Musik für eine Tanzeinlage zusammenschneiden, ein Computerspiel-Video mit Musik unterlegen oder per YouTube die Gitarren-Akkorde lernen. Noch nie war der Zugang zur Technik so einfach und weit verbreitet. Warum also nicht eine eigene Radiosendung oder einen Podcast produzieren.

Was spricht für Radio-Arbeit in der Schule?

Technische Voraussetzungen für Radio-Projekte sind an Schulen meist vorhanden und müssen nur geringfügig verbessert werden. Der Umgang mit der Audio-Technik ist bei weitem nicht so kompliziert wie mit der Video-Technik und schnell erlernt. Die Schülerinnen und Schüler kennen die Aufnahmetechnik nämlich schon von ihren Handys. Die Software zum Bearbeiten kann schnell erlernt werden und ist mit vielen Anleitungen gut dokumentiert. Audio-Projekte lassen sich vielseitig einsetzen, hier eine Reihe an Möglichkeiten:

  • ein Lerntagebuch in Audioform (als wöchentlicher Podcast)
  • eine Kurzgeschichte vertonen
  • ein Interview mit verteilten Rollen aufnehmen
  • statt Referat vor der Klasse halten lassen lieber eine Audio-Aufnahme (in geschützter Atmosphäre) herstellen lassen
  • Audiodokumentation eines Ausfluges

Der Bildungsplanbezug ist durch den Fokus auf Wort und Sprache schnell hergestellt. Schülerinnen und Schüler lernen:

  • in unterschiedlichen Situationen angemessen auftreten und dabei Tonfall, Sprachniveau und Höflichkeitsformen den Anforderungen anpassen.
  • schlüssig, stringent und adressatenbezogen berichten.
  • mithilfe entsprechender Werkzeuge das Internet zur Kommunikation und zum Datenaustausch nutzen.

Eine ausführliche Darstellung der Lernziele bei der Audio-Arbeit finden Sie bei Lehrer-Online.

Bevor es losgeht – die Vorbereitungen

Bevor Sie ein Radioprojekt beginnen, sollten Sie folgende Fragen beantworten können:

Vorhandene Technik

Welche technischen Geräte sind bereits vorhanden? Müssen noch welche angeschafft werden? Kann man eventuell die Aufnahmen mit den Handys der Schüler machen? Je langfristiger das Radio-Projekt ist und je größer die Außenwirkung, umso höher ist der Stellenwert guter Technik. Ein Tonstudio muss nicht teuer sein, wie dieser Artikel zeigt. Und für das kleinere Budget reicht auch schon ein mobiles Aufnahmegerät oder das Handy. Mit ein paar Tricks, kann man auch mit einfachen Mitteln eine gute Aufnahme machen.

Zeitliche Rahmen

Wie viel Zeit steht zu Verfügung? Eine Doppelstunde, eine Projektwoche oder ein Schuljahr lang „Radio-AG“? Zwar lässt sich der technische Aufwand stark verringern, aber ein Mindestmaß an technischer Einführungszeit sollte gegeben sein. Erst dann kann man sich ungestört der inhaltlichen Gestaltung widmen.

Inhalt

Wenn Sie mit dem Format „Radio/Podcast“ anfangen, dann rückt die inhaltliche Gestaltung erst mal in den Hintergrund. Die Konzentration der Schülerinnen und Schüler ist anfangs auf die Technik und das fehlerfreie Sprechen gerichtet. Ist die technische Einführungsphase überwunden, kann man sich der inhaltlichen Gestaltung zuwenden. Welche Bezüge sollen zum Unterrichtsthema hergestellt werden? Steht die Recherche eines Themas im Vordergrund oder die korrekte Wiedergabe bereits angeeigneten Wissens? Auch Art des Radiobeitrags/Podcast will bedacht sein: Interview, Reportage, Nachricht, oder O-Ton?

Stream oder Podcast

Radio konnte früher nur über Rundfunkwellen ausgestrahlt und empfangen werden. Der Radiosender benötigte eine Rundfunklizenz und war von der kostspieligen Antennen-Technik abhängig. Mittlerweile können Radiosender ihr Programm mit bedeutend weniger Aufwand über das Internet „streamen“ oder „podcasten“. Diese Technik ist für jeden Internetnutzer zugänglich:

  1. Beim Streaming wird zeitgleich aufgenommen und empfangen bzw. angehört. Stream sind also von der Uhrzeit abhängig. Der Sendetermin muss also vorher kommuniziert werden bzw. regelmäßig eingehalten werden, so wie beim „echten“ Radio. Fehler beim Sprechen oder technischer Natur lassen sich nicht korrigieren und werden alle live übertragen. Eine ordentliche Vorbereitung ist also das Maß aller Dinge. Streams sollten nicht vom Hörer lokal speicherbar sein, doch mit spezieller Software lassen sich auch Streams runterladen.
  2. Beim Podcast wird das Programm zeitlich getrennt voneinander aufgenommen und  online gestellt. Das Programm wird „vorproduziert“, z.B. ein Interview Samstag nachmittags, ein Musikstück Montagnachmittag und die finale Moderation am Dienstag in der Deutsch-Doppelstunde. Fehler lassen sich korrigieren, einzelne Aufnahmen können wiederholt werden und vor der Ausstrahlung gegengehört werden. Ist alles fertig kann man das Programm online stellen. Die Radiosendung lässt sich unbegrenzt oft und zu jeder Zeit runterladen.

Mit einer vorhandenen Internetverbindung und der richtigen Software lassen sich beide Methoden technisch umsetzen. Erfahrungsgemäß sollte man mit einem Podcast anfangen. Für unerfahrene Moderatoren ist es beruhigend, dass sich Fehler  ausmerzen lassen. Bei einer engagierten Schulradio-AG könnte man aber auch Streaming in Erwägung ziehen.

Öffentlich vs. privat

Dürfen die Ergebnisse des Podcasts der Öffentlichkeit zugänglich sein? Oder sollen nur die Schülerinnen und Schüler die Aufnahmen anhören können? Bei einem öffentlichen Podcast sind die rechtlichen Rahmenbedingungen strenger und es müssen mehr Genehmigungen eingeholt werden. Denken Sie bei Veröffentlichung auch an die Zustimmung der Eltern. Soll der Podcast nur im Klassenverband zugänglich gemacht werden, erleichtert das die rechtliche Situation um einiges.

Podcasts vorbereiten, produzieren und senden

Im Wesentlichen benötigt eine Radiosendung bzw. ein Podcast vier Produktionsschritte:

  1. Vorproduktion
  2. Aufnahme
  3. Post-Produktion
  4. Veröffentlichen

Vorproduktion

Ein Blatt Papier und ein Stift genügt für die Vorproduktion. Alle folgenden Schritte sollen vorab aufgeschrieben werden: Wer macht was? Welches Format wird aufgenommen (Talkshow, Musik mit Interviews, Quiz-Show)? Wer soll die Zielgruppe der Sendung sein (Jugendliche, Eltern, Lehrer, etc.)? Wer sind die Interviewpartner? Wie soll die Radio-Show heißen und wie die einzelne Folge? Hat die Radioshow einen eigenen Slogan (z.B. „Die 10b bringt den besten Mix für den Pausenhof“)? Die Texte für die Moderationen müssen aufgeschrieben werden. Mit Interviewpartnern müssen Termine ausgemacht werden und die Technik muss organisiert werden.

Aufnahme

Die Technik steht bereit, die Texte sind eingeübt, der Studio-Gast ist da. Noch ein Glas Wasser und es kann losgehen. Tipps für die gute Aufnahme gibt es hier.

Post-Produktion

Hat alles mit der Aufnahme geklappt? Gut! Jetzt muss die Aufnahme bearbeitet werden: Fehler beim Sprechen können ggf. ausgebessert werden. Unnötige Sätze kann man rausschneiden, die Kürze macht’s. Sind einzelne Ansagen oder Passagen zu leise, so muss die Lautstärke angepasst werden. Mit Soundeffekten und lizenzfreier Hintergrund-Musik lässt sich die Sendung evtl. noch etwas aufpeppen. Mit der kostenlosen Software Audacity lässt sich das alles bewerkstelligen.

Veröffentlichen

Sobald jemand das Ergebnis zu hören bekommt, der bei der Entstehung nicht beteiligt war, kann man von Veröffentlichen sprechen. Man kann eine fertige Aufnahme in mehreren Stufen veröffentlichen. Man sollte vorher mit seiner Klasse besprechen, wie weit man gehen will. Durch das eingesetzte Medium (CD, Internet, MP3) bestimmt man den Rahmen der Öffentlichkeit.


Stufe 1: vor der Klasse (CD brennen oder MP3 vorspielen)
Stufe 2: die Eltern (CD vervielfältigen, MP3 kopieren, per E-Mail verschicken)
Stufe 3: die Schule („Ausstrahlung“ auf dem Pausenhof)
Stufe 4: lokaler Radiosender (z.B. freies Radio)
Stufe 5: Alle (Internet via Podcast/Stream)

Die richtige Technik

Um eine Radiosendung bzw. einen Podcasts produzieren zu können, brauchen Sie

  1. ein Gerät, mit der man die Stimme aufzeichnen kann. Dazu können Sie entweder ein mobiles Aufnahmegerät, ein Handy oder einen PC/Laptop (+ externes Mikrofon) verwenden;
  2. eine Software mit der man die Aufzeichnungen bearbeiten kann, am meist verbreitetsten ist Audacity. Für iPhones und Android-Handys sind aber auch schon hervorragende Apps erhältlich;
  3. eine Internetverbindung um das Ergebnis online stellen zu können. Es darf auch ein internetfähiges Handy sein.

Die Qualität des Podcasts hängt stark vom verwendeten Mikrofon ab. Je nach verwendetem Gerät machen folgende Erweiterungen Sinn:

beim mobilen Aufnahmegerät

Hier sind meist schon recht gute Mikros verbaut. Dennoch lässt sich das Ergebnis mit einem externen Kondensatormikro verbessern.

beim Handy

Die eingebauten Mikrofone liefern fürs Podcasting ungenügende Ergebnisse. Daher lohnt es sich, ein speziell für den Handygebrauch geeignetes Mikrofon anzuschaffen.

beim Computer

Hier gilt das gleiche wie beim Handy: Bei Laptops und Tablets ist das eingebaute Mikro von schlechter Qualität. Anfänglich darf es noch das Headset-Mikro sein. Viele Podcaster bevorzugte aber den Einsatz eines USB-Mikrofons. „Normale“ Mikros mit XLR- oder Klinkenstecker funktionieren am Computer nur mit einer extra Soundkarte bzw. einem Audio-Wandler. USB-Mikrofone benötigen das nicht mehr, da sie bereits einen Wandler eingebaut haben.

Auf der Seite #PB21 stellen Podcaster ihr verwendetes Equipment vor.

Die richtige Software/App

Professionelle Journalisten benötigen heutzutage nicht mehr als ein Smartphone und die richtige App dafür, um einen Podcast bzw. eine Radiosendung aufzunehmen, zu schneiden und ins Internet zu stellen. Der eigentliche Prozess der dahinter steckt, scheint auf den ersten Blick viel komplizierter zu sein. Man braucht

  • ein Aufnahmegerät + Mikro
  • eine Software zum Aufnehmen
  • eine Software zum Bearbeiten/Schneiden des Audiomaterials
  • eine Software um die fertige Aufnahme mit Tags und Bild zu versehen (iTunes)

weiterhin benötigt man um den Podcast online zu stellen

  • einen Server/Webspace um die Aufnahmen zu lagern
  • ein FTP-Upload-Programm um die Datei auf den Server zu kopieren
  • eine Software um einen RSS-Feed zu erstellen (mithilfe der RSS-Feed-Datei können Hörer eines Podcasts den Abruf der Episoden automatisieren, z.B. FeedForAll)
  • alternativ eine Podcast-taugliche Blogsoftware (z.B. WordPress)
  • alternativ einen Podcast-Hoster (z.B. PodOmatic)

Es gibt Handy-Apps, die diese einzelne Schritte zusammenfassen und so die Podcast-Produktion um einiges vereinfachen. Im Idealfall muss man nur noch die App starten, aufnehmen, das Ergebnis anhören und bei Gusto online stellen, fertig ist der RSS-fähige Podcast.

Bei der Entscheidung für die richtige App sind folgenden Merkmale ausschlaggebend:

  • gibt es nur eine iPhone- oder auch eine Android-App?
  • wieviel Aufnahmekapazität wird mir zur Verfügung gestellt (Aufnahmen mit unbegrenzter Länge oder zeitlich begrenzt)?
  •  will ich mit der App nur Aufnehmen oder auch Bearbeiten?
  • ist die App kostenlos

Podcasts veröffentlichen

Ohne RSS-Feed

Wie bereits beschrieben kann man ein Audio-Projekt auf vielen Wegen veröffentlichen. Es muss nicht immer ein Podcast sein. Für das Veröffentlichen einmaliger Projekte reicht es, die Audiodatei(-en) einfach nur „ins Internet hochzuladen“. Hilfreich sind dabei sogenannte Cloud-Services. Auf Internetseiten wie dropbox oder SoundCloud kann man die Audiofiles ins Internet stellen – vorausgesetzt man hat sich vorher angemeldet. Die Seiten bieten meistens eine Gratis-Funktion mit begrenztem Speicherplatz an:

  • bei Soundcloud können bis zu 120 Minuten Audiomaterial hochgeladen werden, jede Datei darf aber nur 100 mal runtergeladen werden
  • bei Dropbox können bis 2 GByte hochgeladen werden, Downloads ohne Beschränkung
  • Auch bei den bereits beschriebenen Diensten ipadio und Audioboo kann man über die Web-Oberfläche Audiodaten hochladen. Bei allen Angeboten bekommt jede Datei seine eigene URL, unter der man die Aufnahme anhören kann. Die URL kann dann per E-Mail an diejenigen geschickt werden, die die Sendung anhören sollen.
  • Besonders praktisch ist es, wenn die Schule einen eigenen Blog oder eine eigene Webseite hat. Der Administrator der Seite kann die Aufnahmen im Handumdrehen hochladen. Blogsysteme wie Wordpress oder tumblr machen es besonders einfach, Audiodateien einzubinden. Wordpress bietet einen Audio-Player an, mit dem man die Datei direkt von der Seite aus anhören kann.

Mit RSS

Ein Podcast lebt davon, dass die Hörer automatisch darüber informiert werden, wann eine neue Folge veröffentlicht wurde. Programme zum Abspielen von Podcasts zeigen an, welche Folgen bereits online sind und laden, wenn man sie vorher so eingestellt hat, jede neue Folge automatisch auf den Rechner des Hörers.


Podcast-Player wie iTunes oder der VLC-Player durchsuchen NICHT auf Knopfdruck das gesamte Internet nach neuen Folgen, so wie man das von Google kennt. Stattdessen lesen sie immer wieder die gleiche Datei des jeweiligen Podcasts aus – die sogenannte RSS-Feed-Datei. Diese Datei funktioniert wie ein Inhaltsverzeichnis des Podcasts. In ihr stehen mitunter (hier ein Beispiel)

  • der Name des Podcasts
  • die URL des Podcasts
  • die Sprache des Podcasts
  • Name des Autors des Podcasts
  • Speicherort der Bilddatei für den Podcast
  • Inhaltsbeschreibung des Podcasts
  • Name der Podcast-Folge
  • die URL der Podcast-Folge
  • Inhaltsbeschreibung der Podcast-Folge
  • Dauer der Podcast-Folge

Dieses Inhaltsverzeichnis wird als Datenbank im XML-Format gespeichert. Mit einem Texteditor wie dem Wordpad kann man selber das RSS-Feed schreiben. Nicht nur für Technik-Muffel gestaltet sich das aber als kniffelige Aufgabe. Es geht aber auch einfacher. Folgende Seiten generieren automatisch eine vollständige RSS-Feed-Datei. Man muss nur die Informationen für seine Radiosendung eingeben:

Ist die Datei fertig, lädt man sie danach auf den gleichen Online-Speicherort, wie seine Audio-Dateien, z.B. bei dropbox oder dem Webspace der Schule. Die Zuhörer des Podcast brauchen jetzt nur noch die Adresse, unter der sie die RSS-Feed-Datei abrufen können.

Onlinedienste wie Audioboo, ipadio oder soundcloud legen automatisch eine solche RSS-Datei der dort gespeicherten Audiotitel an. Das RSS-Feed der BBC London sieht bei Audioboo so aus: audioboo.fm/channels/49774.rss

Podcasts empfangen

Bislang mussten die Sendungen umständlich mit dem PC heruntergeladen werden und dann per Kabel auf das Smartphone übertragen werden. Diesen Schritt kann man bei Internet-fähigen Handys weglassen. Apps laden die Podcasts direkt aus dem Netz. Handybesitzer mögen nun besorgt sein, dass das Herunterladen großer Audio-Dateien schnell das monatliche Datenvolumen verbraucht. Die meisten Apps lassen sich aber so einstellen, dass nur dann heruntergeladen wird, wenn man sich im heimischen WLAN befindet. Unterwegs kann man die bereits vorhandenen Sendungen anhören.

Wir haben uns nach geeigneten Apps umgesehen, mit denen der Empfang von Podcasts komfortabler macht. Für das iPhone sind wir bei Downcast fündig geworden. Mit ihm lässt sich für jeden Podcast genau einstellen, nach welchen Kriterien heruntergeladen werden oder wieder gelöscht werden soll. Für Android-Geräte fanden wir Pocket Cast vielversprechend. Auch hiermit lässt sich einstellen, dass die Folgen nur dann heruntergeladen werden, wenn man sich mit dem heimischen W-LAN verbunden ist.

VLC-Player

Wer Podcasts herkömmlich mit dem Rechner anhören möchte, brauch kein iTunes. Mit dem wohlbekannten VLC-Player geht es auch. Einfach im Wiedergabeliste-Fenster auf Internet klicken, schon erscheint die Kategorie „Podcasts“. Hier auf das Plus-Symbol klicken, die Adresse des Podcasts einfügen, bestätigen und schon werden alle verfügbaren Folgen chronologisch angezeigt.

iPhone-Apps

Einen Testbericht zu Downcast gibt es beim Webanhalter.

Android-Apps

Fazit

Nichts spricht dagegen, Podcasts am PC herzustellen und wie oben beschrieben zu veröffentlichen. Schülerinnen und Schüler lernen hierbei viele wichtige Web-Techniken (wie FTP, RSS, Blogging) im Detail kennen. Wer sich mehr auf den Inhalt des Podcasts bzw. des Radio-Projektes konzentrieren möchte, dem sei zum Einsatz einer Handy-App geraten. Voraussetzung ist natürlich, dass der schulische Einsatz von Smartphones erwünscht ist und die Schüler damit ausreichend ausgestattet sind. Stand 2012 ist ein Dreiviertel aller Jugendlichen in Besitz eines Internet-fähigen Handys. Von dieser Gruppe gibt knapp die Hälfte an, den mobilen Web-Zugang auch zu nutzen. [4] Zweier-Gruppen für die Podcast-Produktion sollten realisierbar sein.

Wenn die Aufnahmen unbedingt als Podcast veröffentlicht werden sollen, dann sind zwei Apps besonders zu empfehlen: ipadio und Audioboo. Für ipadio sprechen die unbegrenzte Aufnahmedauer sowie viele Zusatzfunktionen, wie Livestream, Transkriptionsfunktion und die Möglichkeit Telefoninterviews direkt mit dem Handy aufzunehmen. Zwar lassen sich die Aufnahmen mit iPadio nicht bearbeiten. Alternativ kann man aber den Podcast am Rechner mit Audacity produzieren und über die Web-Upload-Funktion von iPadio veröffentlichen.

ipadio ist nur fürs iphone erhältlich. Audioboo, welches auf dem iphone UND auf Android-Geräten läuft, verrichtet seinen Dienst genau so zuverlässig wie ipadio. Nur werden keine Zusatzfunktionen, wie „Streaming“ und „Transkription“, angeboten. Einziges Manko an Audioboo ist, dass Aufnahmen immer sofort online stehen. Ein nachträgliches Veröffentlichen oder auf „privat“ setzen ist nicht vorgesehen. Sprecher sind dazu gezwungen, sich gut vorzubereiten bzw. mehr zu konzentrieren. Alternativ kann man auch bei Audioboo die Aufnahmen auf dem Rechner machen (z.B. mit Audacity) und über das Webinterface online stellen.

Beide Apps sind RSS-tauglich, was für einen Podcast zwingend erforderlich ist. Wie ein fertiger vom Handy erstellter Podcast aussieht, wollen wir euch nicht vorenthalten:

Als embed in der Webseite könnte das bei Audioboo so aussehen:

Eingebetteter Audioboo-Player

Quellen

[1] Der Äther war eine hypothetische Substanz, die im ausgehenden 17. Jahrhundert als Medium für die Ausbreitung von Licht postuliert wurde. Siehe Wikipedia. [zurück]

[2] Medienmagazin pro am 03.07.2012: Radios und Jugendliche nicht mehr auf einer Wellenlänge? [31.07.2013]. [zurück]

[3] Bernd Schorb (Hrsg.): Klangraum Internet. Report des Forschungsprojektes Medienkonvergenz Monitoring zur Aneignung konvergenter Hörmedien und hörmedialer Online- Angebote durch Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren. Leipzig 2012. [zurück]

[4] Bernd Schorb (Hrsg.): Klangraum Internet. Report des Forschungsprojektes Medienkonvergenz Monitoring zur Aneignung konvergenter Hörmedien und hörmedialer Online- Angebote durch Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren. Leipzig 2012, S. 91f. [zurück]

Links

Podcast. So wirst du zum Sender!

Broschüre mit anschaulicher Praxisanleitung von den Netzcheckers.

 

Audio Podcasting

Broschüre der Bundeszentrale für Politische Bildung zum Podcasting.

 

Audioschnitt mit Audacity

Anleitung zur Software Audacity von Ohrenspitzer.

Pädagogische Praxis

Unterrichtsmodul: Luft

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