Politische Rhetorik

Deutschland – ein Wintermärchen. Deutsche Teilung und Wiedervereinigung in dokumentarischen Programmen der ARD und des DDR-Fernsehens.

  • Autor: Zimmermann, Peter
  • Erschienen: 2002
  • Quelle: Originalmanuskript.
  • Verlag: epd medien

Abstract

Aus Anlass des Fernseh-Sendebeginns in West- und Ostdeutschland vor 50 Jahren fand im Hans-Bredow-Institut in Hamburg am 5. und 6. Dezember 2002 ein Symposion unter dem Titel Fernsehgeschichte als Zeitgeschichte – Zeitgeschichte als Fernsehgeschichte statt. In einem kritischen Beitrag untersuchte Peter Zimmermann vor allem die „Feindbildkonstruktionen“ des westlichen Fernsehens, die sich nach Auffassung des Referenten auch bis nach dem Fall der Mauer nachweisen lassen. Zimmermann: „Im freudetrunkenen Monat November des Jahres 1989 schien das deutsche Wintermärchen mit dem Fall der Mauer endlich ein glückliches Ende zu finden. Ganz ungetrübt verlief die Wiedervereinigung der ‚deutschen Brüder und Schwestern‘ allerdings auch in medialer Hinsicht nicht. Mit der sogenannten Abwicklung des DDR-Fernsehens und der DEFA übernahm das Fernsehen der Bundesrepublik auch die ostdeutsche ‚Bilderhoheit‘. Die in Film und Fernsehen der DDR bislang dominanten positiven Selbstbilder wurden fortan durch die im Westen dominierenden negativen Fremdbilder ersetzt. Es ist daher wenig verwunderlich, dass seit der Wiedervereinigung in den Fernsehdokumentationen zur deutschen Geschichte fast ausnahmslos der westdeutsche Blick dominiert und die Geschichte der DDR marginalisiert, abgewertet oder karikiert wird.“
Der Text als: pdf (161 KB)

Zimmermann, Peter

Dr. phil. habil. Peter Zimmermann (* 1944) ist Privatdozent und war von 1992 bis 2007 Wissenschaftlicher Leiter im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart sowie Gesamtprojektleiter des DFG-Forschungsprojekts zur Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1973–1991. Als Dozent und Gastprofessor lehrte er an den Universitäten Wuppertal, Kairo und Marburg. Veröffentlichungen: „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland I–III“ (Hg. 2005), „Triumph der Bilder“ (2002), „Fernseh-Dokumentarismus“ (1994)