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19.07.2018 | Ina Mangold

Escape Rooms im Unterricht

Die letzte Stunde vor den Sommerferien? Mit Breakouts können Stunden locker und informativ gestaltet werden. Bild: Unsplash.com, Lizenz: CC0

Vor den Ferien ist meist die Luft raus, nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern. Um alle noch ein letztes Mal zu motivieren, gilt es die letzte Unterrichtsstunde locker, aber dennoch interessant zu gestalten. Warum anstatt des obligatorischen Films das Klassenzimmer nicht in eine Art Escape Room verwandeln?

 

Escape Rooms erfuhren im letzten Jahr einen wahren Boom. Escape Rooms sind Abenteuer- und Rätselspiele für Gruppen. In thematisch gestalteten Räumen, häufig mit Gruselfaktor, müssen die Teilnehmer/-innen Rätsel lösen. Dabei dürfen sie erst aus dem Raum heraus, wenn alle Rätsel gelöst sind – oder die knapp bemessene Zeit vorbei ist. Meist wird rum um ein Szenario gespielt: Zum Beispiel soll die Menschheit vor einem Virus gerettet werden und man hat hierfür nur eine Stunde Zeit.

 

Abgesperrt wird das Klassenzimmer bei der Adaption im Klassenzimmer natürlich nicht, aber die Idee mit Hilfe von Rätseln an einem Szenario zu arbeiten lässt sich auch für den Unterricht übernehmen. Hierbei kann ein einzelnes Unterrichtsthema aus dem Lehrplan herausgenommen werden – oder falls der Escape Room vor den Ferien stattfinden soll, eine spielerische Wiederholung des Unterrichtsstoffes durchgeführt werden. 

Ablauf eines Szenarios

Die Escape Rooms, im schulischen Bereich auch Breakouts genannt, fördern das kollaborative Arbeiten und eine strategische Denkweise. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten im Team an den gestellten Rätseln und haben dabei ein bestimmtes Zeitlimit. Zu Beginn eines Breakouts macht es Sinn ein thematisches Szenario für das jeweilige Spiel zu entwerfen. Ein Beispiel: In Englisch bietet sich hier die Legende um Guy Fawkes an, bei der man versuchen muss, Fawkes am Komplott zu hindern. In diesem Szenario werden geschichtliche Fakten oder auch neue Vokabeln vermittelt. Ähnliches ist mit etwas Kreativität in jedem anderen Fach denkbar. 

Rätseln mit Medieneinsatz

Mit Hilfe von QR-Codes können die Breakouts können Medien in die Breakouts eingebunden werden.

Dabei lassen sich gerade für jüngere Schüler/-innen Maßnahmen einbauen, die die Medienkompetenz im Sinne der klassischen Klickkompetenz und einfachen Anwendung von verschiedenen Medienangeboten fördern. Denn die Breakouts können mit QR-Codes gestaltet werden, die dann auf verschiedenen Online-Angebote verlinken, um Tablets in das Spiel einzubeziehen. Eine Möglichkeit ist hierbei auf Google Formulare zu verlinken, die kostenlos erstellt und mit einem Passwort geschützt werden können. Diese Passwörter können dann jeweils aus dem vorherigen Rätsel hervorgehen, wenn alle Aufgaben richtig beantwortet wurden. Als motivierendes Ende eines Breakouts kann aus dem letzten Rätsel des Breakouts ein Code für ein reales Zahlenschloss hervorgehen.

 

Mögliche Rätsel sind beispielsweise klassische Multiple-Choice-Fragen, Lückentexte oder Kreuzworträtsel, die jeweils Buchstaben für ein neues Passwort ergeben. Ebenso können Podcasts, Videos oder Texte zum Herausfiltern von einzelnen Antworten genutzt werden. Eine beispielhafte Übersicht von unterschiedlichen Rätseln und zur kreativen Verwendung von QR-Codes erstellten Juliane Eisinger und Stefan Schwarz im Rahmen des Lehrerforums 2017. 

Fazit: Wann/Wo/Wie sind Breakouts sinnvoll?

Auch wenn für ältere Schüler/-innen kein wesentlicher medienpädagogischer Fortschritt zu erwarten ist, sind die Breakouts eine nette Abwechslung, um Themen auf eine andere Art und Weise zu vermitteln. Oder eben eine Stunde vor den Ferien zu füllen. Schüler/-innen im Grundschulalter können durch Breakouts grundlegende Kenntnisse im Bereich der Mediennutzung vermittelt werden. Nebenbei wird in allen Altersgruppen die Teamfähigkeit und das kooperative Arbeiten in Kleingruppen gefördert, ebenso wie die viel zitierten vier Ks – Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Für den Entwurf eines sinnvollen und vor allem funktionierenden Szenarios ist jedoch eine längere Vorbereitungszeit einzuplanen. Auch die Durchführung in einer Unterrichtsstunde sollte trotz des Zeitlimits mehr Zeit für Erklärungen und die Auflösung des Spiels eingerechnet werden. 

Lehrkräfte, Medienbildung

oyamuhibi, 23.07.2018 um 15:44
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