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29.06.2017 | Nora Brockamp

Grundschüler und Handys – Kompetenter Umgang neben Zocken und Chatten

Franziska Hahn präsentierte Unterrichtsideen rund um das Smartphone in der Grundschule. Bild: Nora Brockamp

Smartphones sind ein gewohnter Bestandteil unserer Gesellschaft. Auch Schülerinnen und Schüler in der Grundschule sind mit digitalen Geräten bereits vertraut. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Umgang damit kompetent stattfindet.

Problematischer Umgang mit Smartphones

In vielen Schulen besagt die Schulordnung, dass Smartphones während des Unterrichts ausgeschaltet sein sollen. Dennoch klingeln Handys im Unterricht. Manchmal erzählen Eltern von hohen Handyrechnungen. Ein Problem können dabei InApp-Käufe darstellen, bei denen Spiele durch den Kauf von zusätzlichen Funktionen und Spielobjekten mehr Spaß bereiten sollen. Dies sind nur einige der Probleme, die sich bei jungen Smartphonenutzerinnen und -nutzern beobachten lassen.

 

Grundschülerinnen und Grundschüler verbringen ihre Zeit am Smartphone häufig mit Spiele- und Chat-Apps. WhatsApp und Clash Royale oder Clash of Clans stehen hoch im Ranking der Kinder. Dabei wird häufig vergessen, dass WhatsApp derzeit erst ab 13 Jahren erlaubt ist. Bei jüngeren Kindern müssen die Eltern die Verantwortung für die WhatsApp-Nutzung übernehmen. Auch bei Spielen sollte auf die Empfehlungen der USK geachtet werden.

 

Auf der einen Seite haben Schulen das Recht, Smartphones aus dem Unterricht auszuschließen und für digitale Auszeiten zu sorgen. Auf der anderen Seite jedoch müssen Schülerinnen und Schüler im Umgang mit ihrem Smartphone geschult werden, um in der Gesellschaft auch zukünftig klarzukommen. So wie Eltern und Lehrkräfte ihre Schützlinge an unbekannte Orte zunächst begleiten, so sollten sie die Kinder auch bei der Smartphone- und Internetnutzung nicht sich selbst überlassen.

Konkrete Unterrichtsidee: Das Smartphone als Werkzeug

Eine gute Möglichkeit ist in der Grundschule das Handy als Werkzeug kennenzulernen und so häufigen Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen. Das Material „Checkst du dein Handy?“ in der Broschüre „Durchs Jahr mit Klicksafe“ von Klicksafe ermöglicht diese Auseinandersetzung mit Hilfe eines Stationenlaufs. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler für Android- wie iOS-Geräte grundlegende Funktionen ihres Handys, wie das Fotografieren, die Erstellung eines Screenshots, die Lautlosfunktion und den Kalender kennen. Außerdem werden altersgerechte Apps und Handykosten thematisiert.

 

Für diese Unterrichtseinheit sollten Eltern im Vorhinein über einen Elternbrief informiert werden, dass das Mitbringen eigener digitaler Geräte auf eigenes Risiko geschieht und selbstverständlich freiwillig ist. Im Unterricht werden keine Apps installiert und über das Smartphone wird auch nicht das Internet genutzt. Nach Möglichkeit ist es hilfreich, Tablets aus dem zuständigen Kreismedienzentrum auszuleihen, damit Schülerinnen und Schülern ohne Smartphone die Aufgaben ebenfalls durchführen können.

Konkrete kurze Übungen

Kindern fehlt häufig noch das Verständnis für Privates und Öffentliches. Sie wissen nicht, wie sie die Kontrolle über ihre Daten und Bilder behalten können. Ihnen ist die Gefahr beim verschicken privater Fotos über WhatsApp oder soziale Medien oft auch nicht bewusst. Hier kann man beispielsweise ein Bild nur einzelnen Schülern zeigen und wieder an sich nehmen und im Vergleich dazu das Bild jemandem in die Hand geben, der es dann einfach weitergeben kann oder sogar kopieren und verteilen kann.

 

Kettenbriefe verbreiten häufig Angst und Schrecken oder verbreiten im schlimmsten Fall sogar Links zu pornografischen Inhalten oder Viren. Hier gilt es Schülerinnen und Schüler nach ihren Erfahrungen zu fragen und über Ängste zu sprechen. Außerdem ist es wichtig, klarzustellen, dass das unter Druck setzen und Ängstigen durch Kettenbriefe nicht dem normalen gesellschaftlichen Umgangston entspricht und nicht gefördert werden sollte.

 

Auch den Umgang mit Falschmeldungen und gefälschten Bildern und Videos kann man bereits mit Kindern spielerisch erlernen. Beispielsweise durch eigene Mini-Videoprojekte, bei denen man aufzeigt, wie Personen oder Gegenstände durch Videoschnitt magisch aus dem Film verschwinden können. Oder durch das Besprechen von Beispielen, bei denen Fotos aus dem Zusammenhang gerissen wurden und mit einer Geschichte versehen wurde, die nicht dazu gehört.

Weitere Informationen

Der Workshop zum Thema „Grundschüler und Handys – Kompetenter Umgang neben Zocken und chatten“ fand im Rahmen des Medienkompetenztags des Kreismedienzentrums Main-Tauber-Kreis bei der 9. Distelhäuser Medienwerkstatt am 27. Juni 2017 statt. Referentin war Franziska Hahn, medienpädagogische Beraterin beim Kreismedienzentrum Buchen.

 

Online-, wie Offline-Materialien zur Bestellung, die sie konkret im Unterricht einsetzen können finden Sie auch auf den Seiten Internet-ABC, Klicksafe sowie in der SESAM-Mediathek. Weitere Informationen rund um das Thema Grundschule finden Sie auf unserem Bereich zur Grundschule.  Zum Umgang mit dem Thema Smartphones und Apps finden Sie hier Unterstützung.

 

Bei konkreten Fragen oder wenn sie gerne Workshops oder Elternabende in Ihrer Schule veranlassen möchten, melden Sie sich gerne bei der medienpädagogischen Beratungsstelle unter 0711 2850-777 oder via E-Mail an beratungsstelle@lmz-bw.de.

Grundschule, Jugendmedienschutz, Lehrkräfte, Smartphone / Tablet

Ria, 19.07.2017 um 14:10
Also ich finde Smartphones ja was tolles und ich habe auch ein Kind im Grundschulalter, bis vor kurzem hatte Sie noch ein gebrauchtes iPhone 5c. Dies ist leider kaputt gegangen.

Und im Moment benutzt Sie ein einfaches Tastenhandy von Samsung, ohne viel Schnick Schnack. Aber ich bin dennoch am überlegen ihr ein neues Smartphone in unserem lieblings <a href="https://www.yourfone.de/">Handyshop</a> zu kaufen.

Ich denke eben, wie im Text beschrieben, Kinder können noch nicht unterscheiden was jetzt öffentlich und nicht öffentlich ist. Aber das ist auch nicht die Aufgabe der Kinder sondern der Erwachsenen.

In meinem Fall habe ich zum beispiel die volle Kontrolle über iCloud und kann auf meinem Handy genau sehen welche Apps geladen werden und welche nicht. Im Notfall greife ich dann auch einfach mal ein.

Das sind alles Dinge die man den Kindern heutzutage beibringen sollte. Einfach auch aus dem Grund das man den Kindern das nicht verbieten kann. Wir leben in einer digitalisierten Welt und für das spätere Leben ist es wichtig mit verschiedenen Geräten umgehen zu können.

Ria
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