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22.12.2016 | Sascha Schmidt

Super Mario Run – Der Kult-Klempner rennt jetzt auch auf dem Smartphone

Startbildschirm von Super Mario Run

Am 15. Dezember 2016 wurde einmal mehr Videospielgeschichte geschrieben, denn der wohl berühmteste Klempner der Videospielwelt feierte seinen ersten offiziellen Auftritt in Form einer mobilen Spiele-App auf iOS-Geräten. Die App mit dem Titel Super Mario Run wurde am ersten Tag bereits mehr als fünf Millionen Mal heruntergeladen, zieht damit am bisherigen Rekordhalter Pokémon GO vorbei und legt so den erfolgreichsten App-Start aller Zeiten im Apple Store hin. Endlich also eine familienfreundliche Spiele-App, die man bedenkenlos empfehlen kann?

Bekanntes und doch vereinfachtes Spielprinzip

Lange mussten Nintendo-Fans warten, doch vergangenen Donnerstag war es soweit: Der berüchtigte Klempner Mario erblickte zum ersten Mal offiziell das Licht der App-Welt und Super Mario Run wurde nach seiner ersten Ankündigung im Rahmen der Apple Keynote im September endlich veröffentlicht. Das Spielprinzip der App ist dabei denkbar simpel: Man steuert den Klempner mit der roten Mütze durch verschiedene Levels, sammelt Münzen ein und besiegt allerlei bekannte Gegner aus dem Mario-Universum. Das Wort „steuert“ ist in diesem Kontext allerdings relativ, denn Mario rennt in den Levels automatisch von links nach rechts und kann durch Berühren des Bildschirms lediglich Sprünge und Sprungkombinationen durchführen. Je weiter man im Spiel fortschreitet, desto komplexer werden das Leveldesign und auch die benötigten Sprungkombinationen, um den jeweiligen Parcours zu meistern. Parallel hierzu bietet die App noch einen weiteren Spielmodus, in dem eine kleine Stadt aufgebaut werden muss. Die hierfür benötigten Gebäude werden freigespielt, indem Mario die Levels aus dem Storymodus in vorgegebenen Zeiten absolviert und in Rennen gegen virtuelle Gegner oder auch echte Spieler/-innen antritt.

Gratis-App für knapp 10 Euro

Der In-App-Shop von Super Mario Run

Die App Super Mario Run wird im Apple Store als Gratis-App gelistet, nutzt aber die inzwischen gängige Möglichkeit von In-App-Käufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Freemium-Apps bietet das Spiel in seiner derzeitigen Version allerdings nicht die Möglichkeit, virtuelle Güter oder Währungen zu erwerben. In der Gratis-Version umfasst die App drei vollständig spielbare Levels sowie einen vierten Level, der mit einer Zeitbeschränkung von 20 Sekunden spielbar ist. Für den Genuss des vollständigen Spiels mit 24 Levels werden die Spieler/-innen mit einem Betrag von 9,99 Euro zur Kasse gebeten. Auch wenn die App bislang auf weitere kostenpflichtige In-App-Güter verzichtet, ist die geforderte Summe verglichen mit anderen zahlungspflichtigen mobilen (Spiele-)Apps im Store sicherlich ein stolzer Preis. Die Intention Nintendos liegt dabei natürlich auf der Hand: Die Spieler/-innen sollen durch das Absolvieren der ersten drei Levels dazu motiviert werden, auch den Rest spielen zu wollen. An diesem demoartigen Spielaufbau der Gratis-App ist auch grundsätzlich nichts auszusetzen. Eine eindeutigere Kennzeichnung des Democharakters von Super Mario Run im App Store wäre aber durchaus angemessen, schließlich verlassen sich viele Nutzer/-innen und darunter auch viele Eltern in Bezug auf ihre Kinder möglicherweise auf die Kennzeichnung des Spiels als Gratis-App. Zwar findet sich ein entsprechender Hinweis in den aufgelisteten In-App-Käufen sowie als letzter Satz der etwa 350 Wörter langen Spielbeschreibung, realistisch betrachtet ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass alle Nutzer/-innen vor der Installation die entsprechenden Hinweise tatsächlich aufmerksam lesen.

Super Mario rennt nur online

Super Mario Run belegt mit 205 MB nicht nur eine beachtliche Menge an Speicherplatz auf den mobilen Endgeräten, sondern erfordert zudem eine permanente Online-Verbindung. Die App ist offline nicht spielbar und tauscht laut AppleInsider etwa 40 bis 60MB pro Spielstunde mit den Nintendo-Servern aus. Informationen darüber, um welche Daten es sich hierbei genau handelt, liegen uns leider nicht vor. Bei einem Verbindungsabbruch versucht die App selbständig wiederholt eine erneute Verbindung aufzubauen, was zusätzlich für einen hohen Datenverbrauch sorgen kann. Gerade wenn Nutzer/-innen beispielsweise über einen Mobilfunkvertrag mit nicht abwählbarer Datenautomatik verfügen, würden somit automatisch zusätzliche Kosten für die hinzugebuchten Datenmengen anfallen.

Vorsicht, Trittbrettfahrer!

Screenshot aus dem Google Play Store: Vermeintliche Trittbrettfahrer-Apps

Super Mario Run ist bislang ausschließlich für Geräte mit iOS-Betriebssystem verfügbar. Zwar ist damit zu rechnen, dass Nintendo die App im nächsten Jahr auch für Android-Geräte freigibt, bis zur offiziellen Veröffentlichung sollten Interessierte allerdings achtsam sein bei Apps, bei denen der Klempner mit der roten Mütze eine Rolle spielt. Sowohl im Google Play Store als auch in Stores von Drittanbietern tummeln sich nämlich derzeit unzählige Apps mit Super Mario Run im Titel, die teils dazu genutzt werden, bei einer Installation Schadsoftware auf den mobilen Endgeräten zu verbreiten. Bei Super Mario Apps außerhalb des Apple Stores ist also größte Vorsicht geboten. Nutzer/-innen sollten generell stets einen Blick auf die Entwicklerangaben der Apps werfen, bevor sie diese installieren. So können potentiell gefährliche Apps oft schnell und einfach entlarvt werden. Im Fall von Super Mario Run sollte darauf geachtet werden, dass Nintendo Co., Ltd. als Entwickler aufgeführt wird.

Spaßiges Spielvergnügen mit gewissen Einschränkungen

Fans des Kult-Klempners kommen mit Super Mario Run sicherlich auf ihre Kosten, schließlich setzt die App auf viele der Mechanismen, welche die Spiele um den Mann mit der roten Mütze zu ihrem Kultstatus verholfen haben. Nichtsdestotrotz sollte man sich des durchaus hohen Preises für eine mobile Spiele-App bewusst sein. Durch die Demoversion können Spieler/-innen die App zumindest testen, bevor sie 9,99 Euro dafür ausgeben. Nur sollte eben jener Democharakter eindeutiger gekennzeichnet werden und angesichts des hohen Datenverbrauchs ist je nach Mobilfunkvertrag abzuwägen, ob die Nutzung von WLAN zum Spielen nicht sinnvoller und kostengünstiger wäre. Denn Super Marios Rennen richtet sich aktuell nicht nur gegen die Zeit, sondern vor allem auch gegen das verfügbare Datenvolumen der Nutzerinnen und Nutzer.

 

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