MediaCulture-Online Blog

07.12.2016 | Nora Brockamp

JIM-Studie – Was sollten Pädagogen wissen?

Bild: Pixabay, Lizenz: CC0

MediaCulture-Online hat die Ergebnisse der  JIM-Studie 2016  etwas näher unter die Lupe genommen. Im Folgenden werden einige Schwerpunkte näher beleuchtet, insbesondere die Smartphone- und Internet-Nutzung der Jugendlichen und ihre pädagogische Relevanz. Für die aktuelle JIM-Studie wurden in diesem Jahr insgesamt 1 200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren zu ihren Nutzungsgewohnheiten telefonisch befragt.

Technische Dimension

Zunächst einmal fällt auf, dass nahezu alle Jugendlichen ein Smartphone mit Internetzugang besitzen. Dies ist ein Phänomen, das sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete. Der Besitz von Computern beziehungsweise Laptops dagegen nimmt langsam ab.


Mit großem Abstand kommen die am meisten verbreiteten Smartphones unter Jugendlichen von Samsung (43%) oder Apple (26%). Das bedeutet zum einen, dass Pädagogen mit Kenntnissen zu diesen beiden Gerätetypen einen Großteil der Jugendlichen erreichen. Zum anderen müssen diese sich jedoch im Zusammenhang mit BYOD-Projekten, also Projekten, bei denen Jugendliche ihre eigenen mobilen Endgeräte schulisch einsetzen, darauf einstellen. Denn nicht jede App, die es für das Betriebssystem Android und somit für Geräte wie Samsung-Smartphones gibt, ist auch für das iPhone verfügbar.

Die Internetnutzung Jugendlicher

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Smartphones sind das Medium, mit dem Jugendliche am häufigsten ins Internet gehen. Erst danach folgen Computer und Laptops, schließlich auch Tablet-PCs und Spielekonsolen. Ein Großteil der Jugendlichen verfügt über eine Internetflatrate auf ihrem Smartphone, was mit dem Alter zunimmt. Interessant sind Unterschiede hinsichtlich der inhaltlichen Nutzung zwischen Jungen und Mädchen sowie abhängig vom Alter der Jugendlichen. Während Mädchen das Internet zur Hälfte für Kommunikation und zu einem Drittel zur Unterhaltung nutzen, teilt sich das Nutzungsverhalten bei den Jungen auf die drei großen Bereiche Kommunikation (34%), Spiele (28%) und Unterhaltung (27%) auf. Hier wird deutlich, dass der Bereich Online-Games ein jungendominiertes Thema ist (Mädchen 10%). Die Informationssuche spielt bei beiden Geschlechtern nur eine untergeordnete Rolle (Jungen 10%, Mädchen 11%). Während das Kommunikationsbedürfnis, aber vor allem auch die Informationssuche mit dem Alter zunimmt, nimmt das Interesse an Online-Spielen ab. Zum Kommunikationsverhalten fällt auf, dass 40% der Jugendlichen E-Mails schreiben und empfangen, davon jedoch nur 22% täglich. Filme und Serien zu Unterhaltungszwecken werden ebenfalls zunehmend im Internet konsumiert.

Cybermobbing

Auch mit dem Thema Mobbing im Internet hat sich die JIM-Studie beschäftigt. Dabei sticht heraus, dass nach Eltern, Freunden und Geschwistern die Lehrkräfte bereits an vierter Stelle stehen, wenn es darum geht, bei wem sich Jugendliche im Mobbingfall Hilfe holen. Es ist daher wichtig, dass sich Lehrkräfte mit diesem Thema auseinandersetzen und im Mobbingfall reagieren können. Die Anzahl der von Cybermobbing betroffenen Jugendlichen nimmt mit dem Alter zu. Unter den 18 bis 19-jährigen sind schließlich ein Viertel der Jugendlichen betroffen. Es fällt auf, dass insbesondere Jungen sich nicht unbedingt Hilfe holen. Hier sind Wachsamkeit und Prävention durch Pädagogen umso mehr gefordert. Weitere Informationen zum Thema Cybermobbing und Ideen für die Pädagogische Praxis finden Sie hier.

Apps und Social Media

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WhatsApp, Instagram, Snapchat, Facebook und YouTube zählen zusammen mit Google zu den beliebtesten Internetangeboten im Jahr 2016. Während WhatsApp in allen Altersgruppen nahezu gleich beliebt ist, haben Instagram und YouTube vor allem bei den jüngeren eine größere Bedeutung. Facebook dagegen ist hauptsächlich bei den älteren ein Thema und wird von den jüngsten kaum noch benutzt.
Von Mädchen bevorzugt genutzte Apps sind Instagram (60%, Jungen: 44%), Snapchat (55%, Jungen: 36%) sowie Pinterest (7%, Jungen: 1%). Hier wird erneut deutlich, dass pädagogisch angeleitete geschlechterspezifische Angebote und Themen sinnvoll sein können.


Kommunikationsangebote im Internet werden immer entweder aktiv oder passiv benutzt. Nur ein sehr geringer Anteil der Jugendlichen nutzt diese jeweils sowohl passiv als auch aktiv. Während WhatsApp und Snapchat überwiegend aktiv genutzt werden, wird Instagram schon nur noch von 55% aktiv genutzt. Facebook, Twitter und Pinterest beispielsweise werden dagegen von Jugendlichen größtenteils passiv, also rezeptiv genutzt.

Internetnutzung in der Schule

Von der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka wird technische Ausstattung auch in Form von WLAN in Zukunft gewünscht. Derzeit verfügen 59 Prozent der Schulen noch nicht über WLAN. Wenn eines vorhanden ist, dürfen jedoch nur in 12 Prozent der Schulen auch die Schülerinnen und Schüler dieses nutzen, davon 5% in den Pausen und nur 7% im Unterricht. Bei den 18- bis 19-Jährigen steigt der Anteil der für den Unterricht erlaubten Nutzung des WLANs an. Die Computer- beziehungsweise Internetnutzung für Hausaufgaben liegt bei durchschnittlich 40 Minuten im Verhältnis zu 92 Minuten, die insgesamt für die Hausaufgaben benötigt werden.


Die aktuelle Ausgabe der JIM-Studie ist nun auch als PDF online verfügbar.

 

Hier finden Sie unsere News-Meldung mit einem allgemeinen Überblick zu den ersten Ergebnissen der JIM-Studie.

 

Den Blog-Beitrag über die letztjährige JIM-Studie finden Sie hier.

Außerschulische Pädagogik, Cybermobbing, Eltern, Lehrkräfte, Smartphone / Tablet, Soziale Netzwerke

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