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28.09.2011 | Andrea Müller

Online-Tools für Präsentationen

Präsentationen gehören zu unserem Alltag. Ob Lehrer, Schüler, Angestellte oder Chefs, die wenigsten kommen drum herum, hin und wieder eine Präsentation zu halten. Viele Präsentationen werden ganz klassisch mit Power Point (Microsoft) oder der kostenlosen Alternative von Open Office erstellt. Diese Programme sind auf dem Computer installiert und können offline genutzt werden. Aber auch das Internet bietet viele Möglichkeiten für das Erstellen von Präsentationen, und das oft kostenlos. Diese cloud-basierten Anwendungen sind allesamt plattformunabhängig und setzen für ihre optimale Nutzung lediglich einen modernen Browser, einen aktuellen Flash-Player sowie genügend Arbeitsspeicher (i.d.R. mind. 1 GB) voraus. Die Arbeiten werden stets in einem Online-Speicher abgelegt, was den Zugriff von jedem beliebigen Rechner aus ermöglicht. Zusätzlich bieten die meisten Programme die Möglichkeit, die erstellten Präsentationen herunterzuladen und lokal auf der eigenen Festplatte zu speichern. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen einige der kostenlosen Tools vor, mit denen Sie online arbeiten und einmal ganz andere Präsentationen erstellen können.

Prezi

Das „Zebra“ ist das zentrale Werkzeug zum Skalieren, Drehen, Bearbeiten oder Verschieben von Elementen.

Anders als in Power Point, Keynotes und vergleichbarer Software arbeitet Prezi nicht mit einzelnen Folien, sondern man erstellt seine Inhalte auf einer beliebig großen „Zeichenfläche“, die die Basis für die Präsentation darstellt. Auf dieser Zeichenfläche kann man Text, Bilder und Grafiken, Videos (z.B. direkt aus YouTube) und Animationen platzieren, gruppieren und miteinander verknüpfen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Formen (z.B. Pfeile) einzufügen, Textpassagen mit einem Textmarker zu markieren oder eigene Skizzen mit dem Zeichenwerkzeug anzufertigen. Jedes einzelne Element kann beliebig verschoben, skaliert und gedreht werden. Die Reihenfolge für die Präsentation wird mit Hilfe von Pfaden festgelegt. Eine Funktion, die besonders für die Arbeit in Gruppen interessant ist, ist Prezi Meeting. Hier können mehrere Benutzer gleichzeitig an einer Präsentation arbeiten und jeder kann dabei live verfolgen, was die anderen gerade machen.

Mit dem Textmarker lassen sich wichtige Wörter hervorheben.

Die eigentliche Präsentation erfolgt durch Ein- und Auszoomen der platzierten Elemente. Der Betrachter erhält zunächst einen Überblick über die gesamte Zeichenfläche. Im weiteren Verlauf werden die einzelnen Objekte in der Reihenfolge der angelegten Pfade ein- und wieder ausgezoomt. Durch das Anlegen gedrehter Objekte kann man so interessante Effekte erzielen, wobei man sehr darauf achten muss, dass nicht zu viel Unruhe entsteht.

 
Die fertigen Präsentationen können als ZIP-File heruntergeladen und dann auch offline präsentiert werden (Achtung: Links, YouTube-Videos u.Ä. funktionieren ohne Internetverbindung nicht!). Außerdem ist es möglich, ein PDF zu erstellen, das man z.B. als Handout nutzen kann. Möchte man seine Präsentationen im Web teilen, so generiert prezi.com einen Link. Man hat die Wahl zwischen einem „View only“-Link (die Empfänger können die Präsentation anschauen) und einem „Editing Access“-Link (die Empfänger können die Präsentation anschauen und bearbeiten). Prezi-Präsentationen können in Webseiten und Blogs integriert und in sozialen Netzwerken geteilt werden.

Die Frames fassen einzelne Elemente zu Gruppen zusammen.

Insgesamt gilt, dass eine durchdachte Strukturierung und Formatierung in Prezi-Präsentationen unabdingbar ist. Hilfreich dabei ist die Funktion, mehrere Elemente in sogenannten Frames zu gruppieren. Frames können sichtbare oder unsichtbare Rahmen sein; gemeinsam ist ihnen, dass bei der Präsentation zunächst die gesamte Gruppe, also der gesamte Frame, eingeblendet wird und erst im weiteren Verlauf dessen einzelne Elemente hervorgehoben werden. So kann der Betrachter erkennen, welche Informationen zusammengehören. Außerdem sollten die unterschiedlichen Elemente je nach Wichtigkeit größer oder kleiner dargestellt werden, damit der Betrachter mühelos Wichtiges von Nebensächlichem unterscheiden kann.

 
Um Prezi nutzen zu können, muss man sich mit Namen und E-Mail-Adresse registrieren. Im kostenlosen Standard-Account Public sind 100 MB Speicherplatz enthalten. Allerdings sind hier alle Präsentationen, die man erstellt hat, für andere User sichtbar und auf jeder Präsentation prangt das Prezi-Logo. Für Schüler und Lehrer gibt es spezielle Accounts: Edu Enjoy ist ebenfalls kostenlos und stellt 500 MB Speicherplatz zur Verfügung. Außerdem kann man hier seine Präsentationen als privat kennzeichnen und ein eigenes Logo nutzen. (Weitere Informationen zu den verschiedenen Accounts gibt es hier).

 
Neben dem Präsentationszweck könnte das Tool in der Schule z.B. auch für Brainstorming-Prozesse und Ähnliches genutzt werden, da es recht einfach zu bedienen ist und die Ergebnisse Spaß machen. Ein kleines Manko ist, dass es bisher nur eine englischsprachige Version gibt.

Popplet

Mit Popplet kann man Präsentationen und Mind-Maps erstellen oder Brainstormings festhalten. Nachdem man sich mit Namen und E-Mail-Adresse registriert hat, kann man sofort mit dem ersten Popplet loslegen. Zunächst erscheint ein beliebig großes virtuelles „Papier“, das es mit Inhalt zu befüllen gilt. Dessen Hintergrundfarbe kann aus acht Farben ausgewählt werden. Nun kann man Text eingeben, Bilder, Videos und sogar andere Popplets einfügen oder selbst Zeichnungen anfertigen.

Die Popples können Text, Bilder, Videos oder eigene Zeichnungen enthalten.

Die Bedienung ist denkbar einfach: Durch Doppelklick auf die Fläche erscheint ein sogenanntes „Popple“, das Popplet-eigene Eingabefeld. Hier kann man Text eingeben oder mit Hilfe der Icons am unteren Rand des Popples verschiedene Inhalte einfügen. Bilder können ganz bequem direkt aus Facebook oder flickr geladen werden und auch Google-Maps oder Angebote aus dem Amazon-Shop lassen sich mit wenigen Klicks einbinden.

Der Verlauf der Linien zeigt die richtige Reihenfolge der Popples an.

Die Möglichkeiten zur Individualisierung der Präsentationen sind beschränkt: Es ist zwar möglich, die Hintergrundfarbe der Pinnwand und die Farbe der Popple-Umrandungen zu ändern, nicht aber die der Schrift (diese ist immer schwarz). Auch die Schriftart kann man nicht frei wählen, man ist auf eine einzige beschränkt. Die Schriftgröße kann lediglich klein, normal oder groß sein. Die Größe der einzelnen Popples wiederum ist durch Ziehen an deren Ecken frei skalierbar. Um die Popples miteinander zu verbinden, zieht man einfach eine Linie vom einen zum anderen. So gibt man dem Betrachter die Möglichkeit, sich an eine vorgegebene Reihenfolge zu halten. Zusätzlich kann man für die Präsentation explizit eine Reihenfolge festlegen. Bei der Präsentation selbst werden die Pfeiltasten (rechts und links) genutzt, um durch den Inhalt zu navigieren; das jeweils aktuelle Popple erscheint dann vergrößert in der Bildschirmmitte.
 
Auch dieses Tool bietet die Möglichkeit, mit mehreren registrierten Personen gleichzeitig an einem Projekt zu arbeiten. Die Veränderungen an der Präsentation können dabei live mitverfolgt werden. In den Einstellungen wird festgelegt, ob man Änderungen an bestehenden Popples erlaubt oder nur das Einfügen neuer Inhalte gestattet. Außerdem gibt es einen Zeitstrahl, auf dem man sehen kann, wie und wann sich die Präsentation verändert hat. Zu den einzelnen Popples lassen sich Kommentare schreiben, welche im Präsentationsmodus ausgeblendet werden.

Der Zeitstrahl zeigt chronologisch alle Veränderungen an, die an der Mind-Map vorgenommen wurden.

Eine fertige Präsentation kann per E-Mail verschickt, auf Facebook oder Twitter gepostet oder in Webseiten und Blogs eingebettet werden. Es gibt auch eine Exportfunktion, mit der das Popplet als JPG oder PDF gespeichert werden kann. Des Weiteren steht der Popplet Presenter als kostenloser Download für die Offline-Nutzung zur Verfügung.
 
Popplet ist leicht zu bedienen und schnell zu erlernen und stellt somit eine echte Alternative zu Power Point & Co. dar. Und weil zumindest die PC-Online-Version kostenlos ist (eine Vollversion der iPad-App gibt es im App-Store zu kaufen), kann jeder unverbindlich damit herum experimentieren. Allerdings ist die Anzahl der Popplets auf fünf beschränkt, alte Popplets müssen dann gelöscht werden, um Platz für neue zu schaffen. Auch dieses Tool gibt es bisher nur als englischsprachige Version.

MindMeister

Eine Auswahl der zwölf zur Verfügung stehenden Farbschemata.

MindMeister ist ein Mind-Mapping- und Brainstorming-Tool. Die Basic-Version ist kostenlos und beinhaltet die Erstellung von drei Mind-Maps (laut Website, aber im Test der Redaktion waren mehr möglich), die man öffentlich zugänglich machen oder vor anderen Nutzern verbergen kann. Die Bediensprache ist Deutsch.


Das Tool bietet alles, was man zum Erstellen einer attraktiven und übersichtlichen Mind-Map braucht: unterschiedliche Schemata für Form und Farbe (sortierbar nach verschiedenen Kriterien), Möglichkeiten zum Formatieren von Text (klein/mittel/groß, Stil, Farbe), frei platzierbare Verbindungslinien zwischen den einzelnen Punkten und eine große Auswahl an Icons und Illustrationen. Man kann außerdem Links und Dateianhänge – auch Textdokumente – integrieren. Selbstverständlich können auch Bilder hochgeladen werden: entweder von der eigenen Festplatte oder über die integrierte Suchfunktion, die die Bilder direkt im Internet sucht.

Links: Der integrierte Reader ermöglicht die direkte Ansicht eingebundener Dokumente. Rechts: MindMeister generiert eine Vorschau für Links zu externen Webseiten.

Zu jedem Punkt können Notizen hinzugefügt werden. Eine weitere Funktion ermöglicht sogar das Zuweisen von Prioritäten für einzelne Punkte des Mind-Maps, die Angabe eines Fortschritts und eines Enddatums. Interessant ist dies, wenn das Tool als Planungsinstrument benutzt werden soll, z.B. um die Entwicklung eines Schulprojekts zu visualisieren. 

 

Für die Arbeit in Gruppen besteht die Möglichkeit, andere per E-Mail zur Mitarbeit an der Mind-Map einzuladen. Dabei kann jeder Teilnehmer durch eine individuelle Farbgebung sehen, welche Änderungen von den anderen vorgenommen wurden. Außerdem besteht jederzeit die Möglichkeit, mit Hilfe der Zeitreise zu jedem beliebigen Zustand des Mind-Maps zurückzukehren und so Änderungen zu verwerfen. Die fertigen Mind-Maps lassen sich in unterschiedliche Dateiformate exportieren (z.B. als PDF, PNG oder Word-Datei) oder ausdrucken.

 

Die Bedienung von MindMeister ist wegen der begrenzten – aber völlig ausreichenden – Optionen übersichtlich und leicht zu erlernen. Nicht umsonst hat dieses Tool im Jahr 2007 den Best User Centered Design Award von Hasso Plattner Ventures für seine intuitive Bedienoberfläche gewonnen. Wer auch unterwegs seine Gedanken ordnen und Geistesblitze festhalten möchte, dem sei die App für iPad/iPhone oder Android empfohlen, die es für ca. 5,99 € zu kaufen gibt.

Klassische Präsentationstools

Neben diesen eher außergewöhnlichen Tools gibt es einige Angebote, die dem Prinzip von Microsofts PowerPoint folgen und kostenlos nutzbar sind. Eine kleine Auswahl finden Sie hier:

 

Zoho Show

Empressr

280 Slides

Fazit

In Zukunft wird das Angebot derartiger Tools vermutlich noch wachsen und weitere interessante Effekte hervorbringen. Jedoch sollte man stets im Auge behalten, welches Ziel man mit einer Präsentation verfolgt: die Vermittlung von Wissen an andere. Prinzipiell hängt die Entscheidung für ein bestimmtes Präsentations-Tool davon ab, was man mit der Präsentation erreichen möchte und welche Zielgruppe man anspricht. Zu viele Effekte lenken das Publikum ab und behindern möglicherweise den Transport der eigentlichen Botschaft. Trotzdem machen abwechslungsreiche Präsentationen, wie man sie z.B. mit Prezi erstellen kann, Spaß und sind im richtigen Kontext sicherlich geeignet, um etwas herüberzubringen. Präsentationen für die Schule oder den Arbeitgeber wirken meiner Meinung nach jedoch seriöser im klassischen PowerPoint-Stil.

Lehrkräfte, Software, Sprechen / Präsentieren, Studierende

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