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Luftbildfotografie

Dt. Fesselballon vom Flugzeug aus, um 1915.  Fotograf unbekannt
Abb.: Dt. Fesselballon vom Flugzeug aus, um 1915. LMZ096252, LMZ-BW, Fotograf unbekannt

Das erste Luftbild der Geschichte machte der französische Fotokünstler Nadar 1858 in Paris, am Fesselballon aus 300 m Höhe. Aufnahmen der gegnerischen Linien in Oberitalien für Napoleon III. zu fertigen, lehnte er dagegen rundweg ab.

"Aerial photography" zu militärischen Zwecken gab es daher erst 1862 im Amerikanischen Sezessionskrieg. Frontbewegungen der Südstaatler wurden aus 350 m Höhe vom Ballon aus festgehalten. Ballonfahrer spähten auch für die französische Armee beim Aufstand der Pariser Commune 1871 die Stellungen der Aufständischen aus, die darauf hin niedergeschlagen wurden.

Mit den um 1900 aufkommenden Zeppelinen betrieb man im geopolitisch hoch nervösen deutschen Reich häufig Luftaufklärung, das ruhige Flugverhalten der Luftschiffe war fürs Fotografieren günstig.

1908 erfand Julius Neubrunner die Brieftaubenkamera; sie wog 50 Gramm und lieferte acht Bilder. Sie diente ebenfalls militärischen Zwecken. Erst ab den 1920er Jahren erwachte ein ziviles Interesse, als Naturwissenschaftler die Erdoberfläche aus der Höhe fotografisch zu erkunden begannen.

Ab 1935 ließ Göring unter Umgehung des Versailler Vertrags unbemannte „Drohnen“ zur Luftbildaufklärung fliegen. In derselben Zeit gelangte das Luftbild auch als Anschauungsmaterial in den Geografie- oder Heimatkundeunterricht.

In den 1950er Jahren wandten sich die Luftbildfotografen neben der Fotogrammetrie (Messbildaufnahmen) und der Luftbildarchäologie neuen Gefilden zu. Das Interesse galt jetzt der regionalen Wirtschaftsförderung und dem Erfolg am Buchmarkt, das Luftbild hielt im heimischen Bücherregal Einzug.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind Bilder aus der Luft und aus dem Weltraum allgegenwärtig, am bekanntesten vielleicht die der Kartografie entlehnten Satellitenbilder bei Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterGoogle.

Das LMZ-Fotoarchiv verfügt über mehrere Tausend Luftaufnahmen verschiedener Provenienz, aus der Frühzeit und brandaktuell, erschlossen und mit Rechten.

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