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Der erhabene Blick: Luftbilder von Albrecht Brugger

Wurmlinger Kapelle. Foto: LMZ-BW / Albrecht Brugger. LMZ829138

Neben Paul Strähle, 1923-1938 mit dem Doppeldecker im Land fotografierend unterwegs, und Georg Gerster, der ab 1959 vor allem Nordafrika im Luftbild dargestellt hat, ist Albrecht Brugger (geb. 1925 in Stuttgart) einer der bekanntesten und profiliertesten Luftbildfotografen Europas. [...]

1954 erhält Brugger eine Luftbildlizenz. Er fliegt grundsätzlich allein. 1960 hat er sein erstes eigenes Flugzeug, ab 1962 arbeitet er mit einer selbst konstruierten Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterLuftbildkamera. Sein eigenes 10-köpfiges Labor vergrößert das Material nach seinen Vorgaben. Sein Ziel ist eine sonst nur für lotrecht aufgenommene Messbilder mögliche, gleichmäßig hohe Wiedergabequalität und Schärfe.

Mit der Piper PA 18, einem kleinen einmotorigen Hochdecker mit 95 PS, steigt er früh morgens auf, möglichst bei Rückseitenwetter. In der passenden Höhe die rechte Flügeltür geöffnet, gesicherte Kamera in beiden Händen, Steuerknüppel zwischen den Knien, Füße auf den Seitenruderpedalen, die Daten auf Tonband aufgesprochen: So werden die Bilder auf bis zu 60 m Rollfilm pro Kassette gebannt. Der fotografierende Pilot bewegt sich in Höhen zwischen gerade mal 150 bis zu 6000 m. So bleibt er gerne 6-10 Stunden in der Luft. Wenn im Sommer am Boden 20 Grad und „bockige Winde“ herrschen, kann es auf 6000 m m schon mal minus 15 Grad kalt sein, und das Atmen nur mit Sauerstoffflasche möglich.

 

Hohentwiel und Singen, Foto: LMZ-BW / Albrecht Brugger. LMZ812883

Da das Starten von Stuttgart aus nicht optimal ist, zieht Familie Brugger nach Hülben am Albaufstieg bei Bad Urach um. Dort ist der kleine Flieger immer parat, die eigene satellitengestützte Wetterüberwachung im Garten, so dass kurzfristig auf günstige Bedingungen reagiert werden kann. Denn das Schrägluftbild ist noch wetterabhängiger als das Senkrechtluftbild, mitunter besteht das Zeitfenster aus wenigen Tagen pro Jahr mit jeweils nur einigen Stunden. Alle anderen Termine sind „durchwachsen“ oder die Ergebnisse teilweise unbrauchbar.

Die selbstgebaute Kamera mit eigens entwickelten Zeiss Planar Objektiven bietet höchste Abbildungsleistung bei maximaler Schärfe auch an den Rändern. Der 7x10 Rollfilm wird dafür pneumatisch angesaugt, ein schneller Schlitzverschluss in der Qualität der sonst zentnerschweren festeingebauten Vermessungskameras (Photogrammetrie) sorgte für „gut Licht“, das ganze Gerät ist zugleich aber relativ leicht (bis 7,5 kg) und mobil.

Zahlreiche Bildbände und Ausstellungen, Abbildungen in über 500 Büchern belegen Bruggers Erfolg. 1961 kauft das Museum of Modern Art (MoMA) in New York eines seiner Bilder.

Vorträge und Publikationen zum Thema Landschaftszerstörung finden seit den 1980er Jahren zunehmend Bruggers Unterstützung.

1999 übergibt er der Landesbildstelle Württemberg (heute: LMZ) seine Negative und eine Anzahl Originalabzüge. Damit sind ca. 70.000 herausragende Luftbilder von Baden-Württemberg und darüber hinaus der Öffentlichkeit und vor allem der Nutzung für Bildungszwecke zugänglich.

So finden Sie Brugger-Luftbilder in der Online-Datenbank:

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