Einsatz von Trickfilm im Biologie-Unterricht der Sekundarstufe I

Trickfilm: Die Entstehung von Melanin

 

Fach: Biologie

 

Klasse: 9
Aufgabenstellung:Die Schülerinnen und Schüler/SuS der 9. Klasse hatten den Auftrag, im Fach Biologie einen kommentierten Trickfilm zur Erklärung der Proteinbiosynthese herzustellen.
Transfermöglichkeiten   
Der Einsatz der Methode Trickfilm ist sehr vielfältig. Es können z.B. in den Naturwissenschaften fest definierte Abläufe veranschaulicht werden oder in den Geisteswissenschaften auch frei erfundene Geschichten auf diese Art verfilmt werden.
Verwendete Technik:

Hardware:
Für die Umsetzung des Arbeitsauftrags verwendeten die SuS Tablets – Apple iPads und Microsoft Surfaces/Windows 8 – sowie digitale Audiorecorder (mp3-Rekorder). 

Software:
Trickfilm-App Stopmotion und das Schnittprogramm MovieMaker (Windows) bzw. iMovie (iPad) für die Videobearbeitung.

Um was geht es?

Die Proteinbiosynthese ist ein komplexer Prozess, der sich nur schwer durch Lesen oder Betrachten eines Films ins Gehirn der SuS einprägt.

Wir zeigen eine Methode, bei der SuS in kleinen Arbeitsgruppen einfache Erklärvideos zur Proteinbiosynthese (hier Entstehung von Melanin) erstellen. Hierzu bedienen sie sich der Stop-Motion-Technik für Trickfilme, bei der in einem ersten Schritt einzelne Bilder von unbewegten Motiven aufgenommen und anschließend aneinandergereiht werden. Durch Verschieben der Materialien zwischen den Aufnahmen entsteht später im Film die Bewegung.

Hier ein Beispiel:

Vorteile der medientechnischen Vorgehensweise

Der produktionsorientierte Ansatz mit digitalen Medien ist zum einen für die SuS sehr motivierend. Darüber hinaus zwingt diese Herangehensweise die SuS, jeden einzelnen Schritt der Proteinbiosynthese nachzuvollziehen und zu visualisieren. Auf diese Weise werden sie sich der ablaufenden Prozesse und deren Feinschrittigkeit bewusst und können diese verinnerlichen.

 

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Arbeit in der Gruppe: Die SuS diskutieren und wählen gemeinsam eine Vorgehensweise, die sie auch gemeinsam schrittweise umsetzen, diskutieren, bewerten und (mit Hilfe der Lehrkraft) optimieren. Wir empfehlen eine Präsentation und Diskussion der Arbeitsergebnisse in der Klasse. Dadurch kann neben den Hinweisen auf Stärken und Schwächen der medialen Darstellung das Wissen nochmals besser gefestigt werden.

Hannah Barzcynski vom Bismarck-Gymnasium Karlsruhe erläutert die Vorgehensweise und die Vorzüge des gewählten Ansatzes:

Methodische Vorgehensweise:

Um den Film zu produzieren, mussten die SuS den Prozess Proteinbiosynthese in einem ersten Schritt sehr feinschrittig strukturieren und in einzelne Phasen unterteilen, zu denen sie zunächst Visualisierungen ihrer Umsetzungsideen in Form einfacher Storyboards bzw. Szenenbücher anlegten; also eine zeichnerische Version eines Drehbuchs erstellten. Anschließend fertigten die SuS aus verschiedenen Materialien wie Pappe, Moosgummi, Knete etc. "Gegenstände", mit denen sie die Abläufe in der Zelle darstellten.

Schließlich kamen die Tablets zum Einsatz, mit denen die SuS die einzelnen Phasen der Proteinbiosynthese mit der App Stopmotion abfotografierten und mit der iMovie App (iPad) bzw. dem MovieMaker (Win) zu einem Trickfilm verarbeiteten, den sie mit Audiokommentaren unterlegten.

 

Hier die Abfolge der Produktionsschritte:

  1. Erstellen Sie zuerst ein einfaches Storyboard, in dem Sie die Idee des Trickfilms abbilden. Aus den Bildern des Storyboards ergibt sich meist schon die Gestaltungsideen für die Wahl des Materials, das Sie für die Filmaufnahmen verwenden.
    Info: Hier finden Sie ein sehr gutes Online-Tutorial mit vielen Anregungen zum zeichnerischen Erstellen eines Storyboards.
  2. Mit der App Stopmotion werden nun die einzelnen (Bewegungs-) Schritte des Prozesses abfotografiert.
    Sehen Sie hierzu unseren Online-Workshop "Trickfilme erstellen mit der App Stop Motion Studio"
  3. Die Dateien werden anschließend mit den Apps MovieMaker bzw. iMovie bearbeitet.
  4. Danach werden Erklärungen zu den Bildern bzw. Abläufen mit den digitalen Tonaufnahmegeräten aufgezeichnet.
  5. Die Fertigstellung des Trickfilms erfolgt dann mit der Einpassung des Audiokommentars an die Bilder.

 

 

Hier ein weiteres Beispiel:

Weitere Informationen/ Links: