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16.07.2013 | Jiří Hönes

Klare Ansage zu Sozialen Netzwerken in der Schule

Hinsichtlich der Nutzung Sozialer Netzwerke wie Facebook oder Twitter in Schule und Unterricht herrschte bislang weitgehende Unklarheit: Darf ich Facebook zur Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern oder ihren Eltern nutzen? Dürfen sich schulische Lern- und Arbeitsgruppen über Soziale Netzwerke austauschen? Darf ich mich mittels der Chatfunktion von Google im Kollegium über dienstliche Belange austauschen? Eine jetzt herausgegebene Handreichung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport schafft Klarheit.

 

 

Die Kernaussage ist deutlich:

 

„Aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist die Verwendung von Sozialen Netzwerken für die dienstliche Verarbeitung personenbezogener Daten generell verboten. Hierunter fällt jegliche dienstlichen Zwecken dienende Kommunikation zwischen Schülern und Lehrkräften sowie zwischen Lehrkräften untereinander, ferner das (Zwischen-)Speichern von personenbezogenen Daten jeder Art auf Sozialen Netzwerken.“

 

Hintergrund ist die aktuelle datenschutzrechtliche Situation, derzufolge die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Rahmen der schulischen Arbeit auf Sozialen Netzwerken unzulässig ist, soweit die Server der entsprechenden Anbieter außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes betrieben werden. Ebenso ist dies unzulässig, wenn es sich um US-amerikanische Unternehmen handelt oder ein Zugriff von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes möglich ist. Anlass hierfür sind die dortigen Datenschutzstandards, die mit den deutschen und europäischen nicht in Einklang stehen.

 

Als Alternativen für die Kommunikation nennen die Vertreter des Ministeriums den „konventionellen Schriftverkehr“ oder die „Nutzung von verschlüsselten E-Mails einschlägiger Anbieter“. Zu letzterer finden sich auf dem Kultusportal nähere Hinweise. Für Lern- und Arbeitsgruppen wird auf Moodle als datenschutzfreundliche Alternative verwiesen.

 

Eine Ausnahme gibt es letzten Endes doch, und gerade die ist für die Arbeit im Jugendmedienschutz dringend notwendig:

 

„Im Rahmen des Unterrichts dürfen Soziale Netzwerke jedoch dazu genutzt werden, um Funktionsweise, Vorteile, Nachteile, Risiken usw. pädagogisch aufzuarbeiten.“

 

Hier wird vorgeschlagen, im Unterricht auf bereits vorhandene Accounts von Schülern zurückzugreifen, falls diese damit einverstanden sind. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht zulässig ist, Schülerinnen und Schüler zum Anlegen eines Accounts in Sozialen Netzwerken zu verpflichten.

 

Die gesamte Handreichung finden Sie in unserer Bibliothek, Hintergrundinformationen zu Sozialen Netzwerken gibt es in unserem Themenbereich. Oder sehen Sie sich einige Unterrichtsmodule des LMZ an:

 

Soziale Netzwerke unter der Lupe - facebook, schülerVZ & Co.

Gymnasium, Deutsch, Klasse 8

 

 

Kennst du schon Ken? – Ein Hörspiel über soziale Netzwerke

Hauptschule, Werkrealschule / Realschule, Gymnasium, Deutsch, Klasse 8

Internet / Web 2.0, Lehrkräfte, Soziale Netzwerke

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