Entwicklung Jugendmedienschutzcurriculum

Jugendmedienschutz – was bedeutet das für Schule und Eltern?

Digitale und analoge Medien beeinflussen unser kommunikatives Miteinander, unsere Wahrnehmung, unseren privaten und beruflichen Alltag. Die ständige Erreichbarkeit ist heute Normalität, ebenso wie der rasche Zugriff auf eine wahre Fülle von Informationen. Inhalte wie Filme, Musikstücke, Texte oder Bilder können heutzutage auch ohne umfangreiches Expertenwissen produziert und im Internet veröffentlicht werden. Die Medien mit ihren vielfältigen Möglichkeiten tragen somit zur Selbstverwirklichung der Jugendlichen bei und bieten zahlreiche Entwicklungschancen.

 

Andererseits werfen die global vernetzten Medienwelten neue Fragen auf, sie bergen Risiken und Herausforderungen, denen sich alle Generationen stellen müssen. Medienangebote und Medieninhalte müssen differenziert betrachtet und verantwortungsvoll genutzt werden. (siehe dazu auch Medienpädagogisches Manifest – Keine Bildung ohne Medien! der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, der GMK, des Hans-Bredow-Instituts und anderer). Gerade, weil der Umgang mit Medien eine unverzichtbare Kulturtechnik geworden ist, ist Medienkompetenz für ein verantwortungsvolles Nutzungsverhalten unabdingbar.

 

Das Elternhaus allein kann diesen mannigfaltigen Chancen und Herausforderungen der neuen Medien oftmals nicht gerecht werden, da die Eltern selber in vielen Fällen die Möglichkeiten der neuen medialen Lebenswelt nicht umfassend kennen und zu nutzen wissen. Zentrale Aufgabe der Schule ist es daher, die Schülerinnen und Schüler zur kompetenten Mediennutzung zu befähigen und ihnen einen souveränen und kritischen Umgang mit diesen zu vermitteln.

Wozu ein schuleigenes Jugendmedienschutzcurriculum?

Das Jugendmedienschutzcurriculum einer Schule ist Grundlage und gleichzeitig Ausdruck für ein gemeinsames Verständnis des Lernens über Medien zwischen Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und Schüler/-innen. Es dient dazu, den Jugendmedienschutz spiralcurricular und systematisch in der Schulrealität zu verankern, und zwar angepasst an die spezifischen Rahmenbedingungen und Erfordernisse der jeweiligen Schule.

 

Die gesamte Schulgemeinschaft, letztlich aber jeder einzelne, soll von einem solchen Jugendmedienschutzcurriculum profitieren, das als gemeinsames Vorhaben gestartet und durchgeführt werden sollte.

 

Nutzenübersicht

 

Innenwirkung:

  • Prävention, u. a. von (Cyber)mobbing
  • verbessertes Schulklima
  • Beitrag zur Schulentwicklung
  • neue Impulse für den Unterricht
  • gesteigerter Teamgeist im Kollegium durch die Arbeit an einer gemeinsamen Sache
  • gutes Schulklima durch Beteiligung von Eltern und Schülern an einem wichtigen pädagogischen Vorhaben

 

Außenwirkung:

  • Gesteigerte Profilbildung der Schule und verstärkte Außenwirkung durch ein geschärftes Schulprofil
  • positive öffentliche Wahrnehmung
  • Öffnung und Vernetzung der Schule

Bausteine eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums

Ein schuleigenes Jugendmedienschutzcurriculum schlägt Themen vor, die im Unterricht behandelt werden können. Um jedoch die dauerhafte Verankerung des Jugendmedienschutzes zu gewährleisten, sollten neben einer Etablierung im Unterricht auch außerunterrichtliche Aktivitäten rund um das Thema „Jugendmedienschutz“ gefördert werden.

 

Beispiele für eine Verankerung des Jugendmedienschutzes im Schulkontext:


Aktivitäten im Unterricht:   

  • fächerintegrative Behandlung von Themen des Jugendmedienschutzes
  • Klassenlehrerstunde anteilig für den Jugendmedienschutz
  • fächerübergreifende Einheiten zu einem ausgewählten Jugendmedienschutzthema

außerunterrichtliche Aktivitäten / Projekte:

  • Ausbildung von Schüler-Medienmentoren (SMEP)
  • Unterstützung von Seiten der SMV
  • Projekttage / -wochen zum Thema Jugendmedienschutz
  • Schüler-Workshops mit externen (LMZ-)Referenten im Rahmen von 101 Schulen
  • Schüler-Eltern-Lehrer-Informationstage

Entwicklung eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums

Für die Entwicklung eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums schlagen wir fünf zentrale Schritte vor, die – je nach Bedarf – in Teilschritte untergliedert werden können. Sie können in Abhängigkeit von der Schule und den jeweiligen Rahmenbedingungen zeitgleich ablaufen, die Reihenfolge kann verändert, einzelne Schritte weggelassen oder ggf. hinzugefügt und modifiziert werden. Zentral ist, dass sie jede Schule an die Gegebenheiten und Voraussetzungen vor Ort anpassen muss.

 

Auf den folgenden Seiten finden Sie zunächst Hinweise zu Vorüberlegungen sowie Informationen darüber, wie das LMZ den Prozess an Ihrer Schule durch Material und Beratung unterstützen kann.

Die Schritte zur Auswahl:

Schritt 1
Schritt 2
Schritt 3
Schritt 4
Schritt 5

Sämtliche Informationen zum Jugendmedienschutzcurriculum sowie zahlreiche Checklisten und Kopiervorlagen für die Praxis finden Sie auch in unserer Handreichung zur Erstellung eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums.

Diese können Sie kostenfrei downloaden.

Kontakt

Sascha Schmidt

Telefon: 0711 2850-775

E- Mail: sschmidt@lmz-bw.de