WBS – Gymnasium – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung (WBS) im Gymnasium vorsieht.

Rückblick auf den Bildungsplan 2004 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Im Bildungsplan 2004 des Fächerverbunds GWG (Geographie – Wirtschaft – Gemeinschaftskunde) wird der Begriff Medienbildung nicht explizit aufgeführt. Es sind jedoch bereits erste Ansätze für eine Integration der Medienbildung zu finden. Im Fächerverbund GWG findet sich in den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb der Hinweis, dass die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben sollen, um mit Medien zielorientiert und quellenkritisch umzugehen (BP 2004, Gym, S. 234). Sie sollen eine den Problemstellungen angemessene Methoden- und Medienauswahl treffen (S. 239), zudem wird die kritische Darstellung und Beurteilung von Medien und ihre gesellschaftliche und somit auch wirtschaftliche Bedeutung in den aufgeführten Bildungsstandards gefordert (S. 263 und S. 265).


Die Bereiche der Medienbildung, die im Bildungsplan 2016 mit „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft und Analyse“ und „Informationstechnische Grundlagen“ benannt sind, müssen folglich noch stärker als bisher im Unterricht des Faches Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung (WBS) des Gymnasiums integriert werden. Im Hinblick auf eine spiralcurriculare Verankerung über alle Klassenstufen hinweg ist also für den Unterricht noch einiges nachzuholen.

Medienkompetenz und Medienbildung im Fach WBS ab 2016

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In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird im Bildungsplan 2016 die Medienbildung für das Gymnasium folgendermaßen thematisiert: „Insbesondere die prozessbezogenen Standards zur Methodenkompetenz nehmen die Zielsetzungen der Leitperspektive Medienbildung auf. Medien fungieren als Führer und Verführer in ökonomischen Lebenssituationen, daher sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, sich selbstständig Informationen zu ihren ökonomischen Lebenssituationen zu beschaffen und diese kritisch zu reflektieren. Medienbildung soll helfen, nicht nur mündig mit Informationen umgehen, sondern auch die Einflussmöglichkeiten als kritischer Wirtschaftsbürger nutzen zu können“ (BP 2016, Gym, WBS, S. 7).


Für die Kompetenzvermittlung und den Kompetenzerwerb in Hinblick auf das Strukturierungsmodell des Bildungsplans Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung stellt die Medienbildung einen unverzichtbaren Baustein dar (S. 5ff).

Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

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Die Medienbildung im Gymnasium ist als Leitperspektive in allen prozessbezogenen Kompetenzbereichen des Faches Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung (WBS) integriert.
Im Kompetenzbereich „Verbraucher“ stehen die informationelle Selbstbestimmung und der Datenschutz sowie die Medienanalyse im Vordergrund (S. 13f).


In der Berufsorientierenden Bildung werden medienbildnerische Kompetenzen für die Produktion und Präsentation angewendet sowie für den Erwerb von Information und Wissen genutzt und tragen somit zum Erwerb und der Festigung von Handlungs- und Methodenkompetenz bei (S. 16).
Kompetenzen der Medienbildung werden für Kommunikation und Kooperation im Kompetenzbereich „Wirtschaftsbürger“ eingesetzt und fördern die Entwicklung einer Urteilskompetenz (S. 21).

Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Klassen 8/9/10

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Im Kompetenzbereich „Verbraucher“ werden zur Erklärung gesetzlicher Bestimmungen des Kaufvertrags und des Girokontos Kompetenzen zur Informationellen Selbstbestimmung und zum Datenschutz vermittelt (S. 13).
Die Medienanalyse wird zur Erklärung der Bestimmungsfaktoren von Angebot und Nachfrage sowie zur Analyse des Verbraucherverhaltens eingesetzt (S. 14).


Kommunikation und Kooperation als medienbildnerische Kompetenzen helfen beim Vergleich und der Erklärung unterschiedlicher Aspekte der Verbraucherpolitik und Marktmacht (S. 15).
Im Bereich „Berufswähler“ stehen medienbildnerische Kompetenzen des Bereichs Information und Wissen, sowie des Bereichs Produktion und Präsentation im Mittelpunkt. Konkret geht es hierbei um bei der Durchführung von Bewerbungsverfahren und dem Erstellen eigener Bewerbungsdokumente (S. 16).

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